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Prof. Dr. Ir. W. J. van Blommesteins größter Gegner
Ich arbeite derzeit an einem kontemporären Roman. Jener handelt von einem mexikanischen Querzahnmolch, der als Steuereintreiber arbeitet und Kröten tötet, den Text selbst plane ich (der Nullerjahre wegen) bei Gelegenheit aus anderen Romanen zusammenzukopieren, um mich von diesem ganzen Urheberrechtsexzess durch das Recht zum Kopieren und zur Transformation abzulösen. Daher auch der Titel: Taxolotol Toadkill.
Eigentlich geht es hier um ein Comic, das ich schon seit fast drei Monaten empfehlen will, doch lasst mich mit einer Anekdote beginnen.
Vor einiger Zeit berichtete mir A. vom traurigen Schicksal des B. Letzterer erarbeitete im Rahmen seiner Promotion ein beachtliches Resultat, das einige zentrale Probleme seiner Nische löste und sich darüber hinaus als eine neue Standardtechnik etablierte. Ruhm und Ehre, wenn auch nur im Kreis der Theoretiker, waren ihm gewiss; doch leider brannte er ob der mentalen Anstrengungen aus und musste sich in eine längere psychiatrische Behandlung begeben. Mittlerweile gilt er als geheilt; jedoch entsagte er seiner geistigen Gesundheit zuliebe der Theorie und führt nun ein angenehmes Leben als Softwareentwickler (soweit dies in diesem Beruf jedenfalls möglich ist, soweit man so etwas Leben nennen mag).
Dieser Werdegang entspricht (abgesehen vom einigermaßen positiven Ende, das auf Tod und Irrenhaus verzichtet – wobei, Softwareentwicklung, huah) einem weit verbreiteten Vorurteil: Mathematiker, und — in extenso durch den aus der Ferne unmerklichen Unterschied auch mit gemeint — theoretische Informatiker befassen sich mit dermaßen abstrakten Absonderlichkeiten, dass Wahn vielen als geradezu zwangsläufige Konsequenz der Beschäftigung mit dem verbotenen Wissen gilt.
Abgesehen davon, dass diese Einschätzung keiner auch nur einigermaßen fundierten Überprüfung standhält, merkte der Kombinatoriker Rota angeblich an, Wahn sei keine Eigenschaft der Mathematiker, sondern vielmehr der Logiker.
Diese Unterscheidung ist aus einer gewissen Perspektive durchaus sinnvoll (sind Logik, ihre Fragestellung und Methoden, doch oftmals weit entfernt von anderen Bereichen der Mathematik), und die Behauptung nachvollziehbar, jedoch für Informatiker alles andere als erfreulich; denn immerhin erhob sich die Informatik als Fortsetzung und später Triumph der Logik aus den rauchenden Ruinen des von Gödel so gnadenlos eingerissenen unfertigen Palast von Hilberts Wir werden wissen.
Dennoch, vielleicht daher, bilden Logik und Wahn das Fundament der Geschichte Logicomix, einem Comic, das — um das Leben von Russell gesponnen — die stürmische Umbruchszeit der Logik des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts skizziert. Doch ist die Logik selbst nur schatten- und schemenhafte Nebendarstellerin, viel wichtiger sind die Logiker, ihre Leidenschaften und — oft, viel zu oft — ihr Scheitern.
Und weil diese Geschichte so dicht, so leidenschaftlich erzählt wird und dabei zwar den Kennenden Wiedererkennen erlaubt, von den Unwissenden aber kein Lernen erwartet, ist Logicomix auf einer Vielzahl von Bestsellerlisten gelandet. Verdientermaßen! Völker der Welt, schaut auf dieses Buch!
Einschlägig gebildete Mutanten werden vielleicht bemerken, dass einer der Autoren weltberühmter Autor unzähliger Veröffentlichungen und eines weit verbreiteten Lehrbuchs zur Komplexitätstheorie ist.
Der folgende Text entstand im großen und ganzen vor ca. zwei Wochen. Leider habe ich derzeit nicht allzu viel Zeit, aber bevor meine Eindrücke durch die vergehende Zeit verwischen kippe ich halt diese eher rohe und ungekürzte Version ins Blog.
Jahrelang wurde Dragon Age als spiritueller Nachfolger von Baldur’s Gate angepriesen; daher konnte ich es mir in meinem längst vergangenen Urlaub nicht entgehen lassen, mich näher damit (und mit dem ersten DLC) zu beschäftigen. Insgesamt war ich aber sehr enttäuscht, denn Hauptmerkmal des Spieles ist eine konsequent lieblose Halbherzigkeit in nahezu allen Bereichen.
Seit wir vor gut zwei Wochen Avatar gesehen haben musste ich mir immer wieder über ein paar auffällige Punkte nachdenken, die in den Rezensionen, die ich bisher zu sehen bekommen habe, überhaupt nicht angesprochen wurden. Da ich zur Zeit eigentlich Wichtigeres zu Bedenken habe kippe ich meine fragmentarischen Überlegungen einfach mal hier ab und kann das Thema damit abhaken. Viel Spaß damit.
Ein großer Nachteil der freien Zeiteinteilung, die mein Beruf meist mit sich bringt, ist, dass man gelegentlich auch mal arbeiten muss, wenn es in weniger freien Berufen nicht üblich ist – zum Beispiel im Urlaub. Besonders ungeschickt ist es dabei, nicht unbedingt dringende Dinge in der Urlaubszeit erledigen zu wollen, so dass diese während der freien Tage immer wieder auftauchen, um nach einer kurzen Zeit des Störens von angenehmeren Dingen verdrängt, doch niemals aus der Welt geschafft werden.
Dennoch, es ist vollbracht – ziemlich genau in der Mitte meiner freien Tage ist auch das letzte Gutachten geschrieben und ich habe Zeit, mich voll Angenehmerem zu widmen. Bevor wir in den silvesterlichen Ultrakurzurlaub aufbrechen will ich Euch, werte schweigende Massen, ein angenehmes1 neues Jahr wünschen (was ich durch eben diese Willensbekundung als erledigt betrachte, n’est-ce pas?).
Rückblickend sehe ich in 2009 nichts bloggenswertes unter den Blogbarkeiten, nichts, was eines Rückblicks bedarf (und für einen Dekadenrückblick fehlt mir die Zeit). Das heißt natürlich nicht, dass nichts geschah, das meiste jedoch hinter den Kulissen. Das inzwischen ausklingende Jahr brachte vor allem die metaphorischen Akteure in Position; und wer genau hinhört vernimmt vielleicht das Klicken fallender Dominosteine, deren Kaskaden sich nähern (an dieser Stelle lachte ich beim Schreiben kurz verrückt, was sich schriftlich nur schwer wiedergeben lässt).
Somit ist sichergestellt, dass 2010 für mich und mein Umfeld ein ereignisreiches oder zumindest ein überraschend enttäuschendes Jahr werden dürfte. Letzteres ist zwar deutlich unangenehmer, aber kann notfalls für pathosreiche Monologe genutzt werden. Hooray!
Wiederaufnahme der regulären Blogtätigkeit, diverse Beantwortungen sowie Fernschachzug im NEUEN JAHRZEHNT2!
1 Oder was immer Ihr wollt. Ich unterstütze Euch da im Rahmen des moralisch vertretbaren voll und ganz.
2 Ich verwende astronomische Zeitrechnung. Tja.
Letzter Satz eines Artikels1, den ich gerade lese:
It is amusing to note that the Theorem contains the Kleene Normal Form Theorem for recursive functions, since the functions g(n), 2n, etc., are obviously primitive recursive.Schweigende Massen, seid versichert: Auch wenn man versteht, wovon er spricht (was ich Euch durch Entfernen des Kontext sowieso unmöglich gemacht habe), kann man nicht unbedingt verstehen, was an dem beschriebenen Sachverhalt “amusing” ist.
Diverse Beantwortungen in Kürze.
1 Conway, “Unpredictable Iterations”.
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