Skip to: Content | Navigation | Footer
Prof. Dr. Ir. W. J. van Blommesteins größter Gegner
Nur für den Fall, dass mich jemand vermisst und jeden Tag traurig und vergebens hier vorbeisieht: Ich bin zur Zeit gar nicht da, sondern woanders.
Deswegen habe ich keine Zeit, mich um das übliche Internetzeug zu kümmern, und verspreche Email- und Kommentarbeantwortungen sowie die Wiederaufnahme der regulären, kontextfreien, kontextsensitiven, sternfreien, mild kontextsensitiven, partiell rekursiven, XML-, und — natürlich — Pattern- Blogtätigkeit in Kürze.
Wann passt dieses dumme Wortspiel besser als jetzt? Nie. Eben.
Um die aufkommende Prokrastinationslust wenigstens einigermaßen sinnvoll zu nutzen habe ich die Themen, an denen ich gerade forsche, in Projekte und Teilprojekte aufgeteilt und ihnen alberne Namen gegeben. Der Beweis, dem ich seit Ende Februar meine Hauptaufmerksamkeit widme (und der bisher vor allem zu einem schicken Tafelbild führte), gehört nun zu Projekt Wollknäuel, Unterprojekt Further Down the Spiral. Das passt, denn es handelt von endlos absteigende Ketten, ist unheimlich deprimierend und schließt an ein Unterprojekt an, das ich kurzerhand Downward Spiral getauft habe.
Das sei aber genug der einschlägigen Anspielungen, sonst bezeichnet mich noch jemand als hübsche Beweismaschine, die Kaffe in Theoreme verwandelt.
Der vor kurzem erwähnte Narkose-Beweis hat übrigens nichts mit Unterprojekt Further Down the Spiral zu tun, sondern ist eine Erweiterung von Projekt Fundamentrettung mit Methoden von Projekt Echseninsel1 und bietet genug Material für ein neues Projekt, das noch keinen Namen hat.
Further Down the Spiral ist zwar wichtig, denn ein Durchbruch dort hätte so viele angenehme Konsequenzen, dass ich die Dissertation nur noch aufschreiben müsste, aber inzwischen halte ich es für übertriebene Wagemut, keine Alternativen zu verfolgen — denn ich bin schwach, womöglich zu schwach für diese Herausforderung. Allerdings glaube ich nicht, dass ohne dieses Unterprojekt bei Wollknäuel noch viel zu holen ist (tatsächlich scheint mir sogar Projekt Nostalgie gefährdet), so dass ich mich ein wenig außerhalb umsehen muss, um nicht am Ende ergebnislos dazustehen.
Als Hobby habe ich übrigens noch angefangen, mich in Geheimprojekt Hybris einzulesen, der Bildung halber, und weil jeder ein Geheimprojekt haben sollte.
So viele Baustellen, und jede ist gerechtfertigt… Deshalb folge ich nun wieder dem Ruf des siebten Buches.
1 Dort geht es um Perl-artige reguläre Ausdrücke, und es hat mit dem anderen Kram nicht allzu viel zu tun… Sie verstehen?
Ich habe einen seitwärtigen Nachbarn, der wochenends immer wieder hämmert und bohrt, manchmal scheint er auch zu schleifen. Abends macht er, oder vielleicht doch ein anderer (ganz sicher bin ich mir da nicht), unheimlich laute Kotzgeräusche. Einmal gröhlte er auch “I like to move it move it”, doch meistens kotzt er sich die Seele aus dem Leib.
Jetzt bin ich mir nicht sicher, wer genau der Übeltäter ist (Übel, haha, Sie verstehen?), und selbst wenn ich es wäre, was könnte ich tun? Am Ende löge er mich frech an, “nein”, sagte er, “ich bin nicht der mysteriöse Kotzer, denn auch ich leide unter seinen allabendlichen Anfällen”, um, berauscht von seiner eigenen Dreistigkeit, fortzusetzen: “Wollen wir nicht zusammenarbeiten, gemeinsam den widerlichen Würger jagen? Am besten rufen wir die Polizei, denn er ist ein Brecher!”
Ich glaube, so ein Erlebnis machte mich unglücklich, so dass ich nicht recht weiß, ob und wie ich handeln soll.
Doch plagen mich auch weitere Quellen von Lärm, im Grunde sogar öfter als der widerliche Würger: So trägt zum Beispiel der schallverstärkende Effekt des Treppenhauses oft die belanglosen Gespräche schwerhöriger und daher laut redender Nachbarn in meine Wohnung, und alle Kinder der Nachbarschaft spielen bevorzugt vor meinem Hauptfenster. Abgesehen davon schaffen es die meisten Leute wohl nicht, bei der Benutzung der Treppe nicht gegen das Geländer vor dem Nebenfenster zu schlagen — ein Geräusch, das wie ein Gong in meiner Wohnung dröhnt.
Das alles wäre weniger lästig, wenn ich nicht oft zu Hause arbeiten würde. Wäre ich nicht so friedfertig und nicht so moralisch gefestigt, ich schlüge den Weg vieler verärgerter Wissenschaftler ein und baute eine Armee von Roboterschaben, die meine Nachbarschaft (und zur Not ganz Frankfurt) befriedeten! “Ihr Narren”, riefe ich, “mit Euren lächerlichen Petitessen steht Ihr im Weg der Wissenschaft! Ignorante Feinde meiner Forschung, spürt den kalten Schabenstahl der Rache!” — und ich lachte grausam.
Doch nein, so jemand bin ich nicht, so jemand will ich nicht sein. Ich tröste mich mit dem Gedanken, dass meine verbleibende Zeit hier besser in Monaten denn in Jahren gemessen wird, betrachte die Nervereien als zusätzliche Motivation und trage Ohrstöpsel, die zwar nicht alles filtern, aber mein Los erleichtern.
Hat jemand von Euch, werte schweigende Massen, Erfahrungen mit diesen Ohrschützern, wie Bauarbeiter sie tragen? Filtern die auch Kindergeschrei, Seniorengequäke und hallende Geländer, ohne (durch Gewicht oder ähnliches) die Konzentration stark zu beeinträchtigen? Musik lenkt mich zu sehr ab, und nach einer halben Stunde weißen, braunen oder pinken Rauschens fühle ich mich seltsam.
Ich will doch einfach nur in Ruhe arbeiten können.
Eigentlich mag ich das DC-Comic-Universum, doch ein Teil davon führt bei mir regelmäßig zu allergischen Krämpfen: Die New Gods — in etwa die lauten, peinlichen Nachbarn der Justice League, die ihre niemals endende Ballermann-Party gerne mal auf die angrenzenden Gärten ausdehnen1.
Oberbösewicht dieses Ensembles ist Darkseid, Herrscher von Apokolips, der auf seiner langen Suche nach der schrecklichen Anti-Life Equation immer wieder mit Superman aneinander geriet. Diese Gleichung ist (so klar man das in Comics sagen kann) ein “mathematischer Beweis” für die Sinnlosigkeit allen Seins; in der anscheinend aktuellen Version lautet sie (gemäß Wikipedia):
loneliness + alienation + fear + despair + self-worth ÷ mockery ÷ condemnation ÷ misunderstanding x guilt x shame x failure x judgment n=y where y=hope and n=folly, love=lies, life=death, self=dark side
In letzter Zeit geht es Darkseid aber nicht so gut (wir sind beide traurig, dass nach dem vielversprechenden Anfang von Death of the New Gods die ganze Spackenbande nun doch wiedererweckt wurde), so dass er ein bisschen wunderlich wird, wie man besonders am letzten Bild erkennen kann. Er ist der Sturm, doch keine Hochzeit — hahahaha haha!! (via)
1 Der auf dem Bild am Anfang des Wikipedia-Artikels dargestellte Charakter ist Orion, der mit seinem Astro-Harness durch das All fliegt. Dieses mysteriöse Artefakt erlaubt es ihm, den interstellaren Raum zu durchqueren und Energien zu manipulieren, doch zu einem hohen Preis: Er sieht dabei so grenzenlos dämlich aus, dass ich mich bei seinem Anblick stets fremdschäme. Das schafft sonst keine Comicfigur.
2 Im Sinne von “diese Faktoren tragen alle irgendwie gleich zum Endergebnis bei”, wobei BWLer wenigstens den Anstand haben, noch ein paar unbekannte Konstanten hineinzuwerfen.
Ich outete mich hier vor einiger Zeit als Nichtwähler, erklärte dies zuerst nicht und machte später ein paar kryptische Andeutungen zu meiner Motivation. Aus gegebenem Anlass möchte ich diese Äußerung nun erklären und einschränken.
Ich verstehe durchaus die Notwendigkeit, bei der Unterstützung einer Partei Kompromisse einzugehen (denn keine Partei vertritt genau meine Meinung), und ich sehe auch ein, dass die Parteien ebenfalls immer wieder zu Kompromissen gezwungen sind (denn keine Partei kann sich immer durchsetzen). Im Grunde muss ich halt darauf Vertrauen, dass die Partei, der ich bei einer Wahl meine Stimme gebe, im Großen und Ganzen akzeptable Ansichten vertritt und davon möglichst viele durchsetzen kann.
Unangenehm ist es nur, und das sieht wahrscheinlich jeder ein, wenn in den Kompromissen die Themen, die mir wichtig sind, geopfert werden, um Dinge durchzusetzen, die mich wenig kümmern oder meiner Meinung nach sogar vollkommen falsch sind — wenn also eine Partei diese Kompromisse mit ganz anderen Prioritäten schließt, als ich das täte, und damit gegen meine Interessen handelt. Geschieht dies zu oft, kann mir wohl keiner verdenken, wenn ich mich von der betreffenden Partei nicht vertreten fühle, diese Partei auf absehbare Zeit nicht mehr wähle und eine eventuell bereits vergebene Stimme bereue.
Das für mich wichtigste (aber gewiss nicht einzige) dieser missachteten Themen sind die Grund- und Bürgerrechte. Seit ich ein politisches Bewusstsein habe, haben Union und SPD in Bund und Ländern konsequent daran gearbeitet, Freiheiten zu beschneiden. Die drei kleineren Parteien waren in der Opposition zwar laut, im Fall einer Regierungsbeteiligung aber stets gefügige Komplizen. So entstanden und entstehen immer mehr Gesetze bestenfalls hart an der Grenze der Verfassung, und anders als der Gesetzgeber bin ich der Meinung, dass das auf Dauer unserer Demokratie schaden wird. Die Situation ist schlimm, wird aber zunehmend schlimmer, und Besserung zeichnet sich nicht ab1.
Unterstelle ich (so schwer es inzwischen fällt) allen Akteuren guten Willen, sehe ich nur eine Deutungsmöglichkeit2: Die große Mehrheit von Union und SPD lebt in einer Realität, die von der meinen unvorstellbar weit entfernt ist, und die drei kleineren Parteien erschließen sich mir zwar, haben aber sehr seltsame Prioritäten. Wählen kann ich daher keine der großen fünf Parteien, denn so wie bisher kann es nicht weitergehen.Nun sammelt sich in der Echokammer des Blogger- und Twittertums Unterstützung für eine potentielle Alternative: Die Piratenpartei.
Ja, ich weiß, der Name ist albern, Kleinstparteien zu wählen ist eine Stimmenverschwendung, andere Themen als Bürgerrechte (mehr) und Urheberrechte (anders) haben sie eigentlich nicht, und außerdem ist das so eine dubiose Nerd-Partei… aber wenn ich mit meinen Ansichten nicht allzu alleine bin (und das knappe Prozent bei der Europawahl ist schon ein Hoffnungsschimmer) kriegen die größeren Parteien, denen ich noch eine Veränderung zutraue, ein deutliches Signal, dass sie ihre Prioritäten überdenken sollten; vielleicht können Bürgerrechte so in ihre Programme gedrängt werden, wie die Grünen die Umweltpolitik etabliert haben. Einen Versuch ist es wert, und außer Enthaltung und Spaßparteien sehe ich keine Alternative.
Natürlich kann ich hier leichtfertig nationale Experimente fordern, denn wenn alles nach Plan geht werde ich Deutschland in allerspätestens anderthalb Jahren auf unbestimmte Zeit verlassen3, aber ich kam schon einmal viel eher als geplant zurück, und außerdem will ich Euch bleibende natürlich nicht ins Unglück stürzen. Im schlimmsten Fall verschenke ich meine Stimme, aber das habe ich bei den größeren Parteien schon oft getan.
Ich respektiere natürlich weiterhin all jene, die nicht oder anders wählen, habe aber eine Bitte: Die Piratenpartei benötigt in vielen Bundesländern noch Unterschriften, um zur Bundestagswahl zugelassen zu werden — unter anderem auch in Hessen und Rheinland-Pfalz. Ich wäre Euch zu tiefstem Dank verpflichtet, wenn Ihr ein entsprechendes Formular ausdrucken und einschicken würdet — insbesondere, wenn Ihr keinerlei Absicht habt, die Piratenpartei zu wählen.
1 Die Tatsache, dass nicht nur Verschwörungstheoretiker und Blogger, sondern auch Verfassungsrechtler diese Ansicht teilen, lässt mich hoffen, dass ich nicht einfach nur ein paranoider Nerd bin.
2 Aus praktischen Gründen und aus Höflichkeit schließe ich intuitiv nahe liegende Erklärungen wie Naivität, Gleichgültigkeit, Dummheit oder Boshaftigkeit prinzipiell aus. Das fällt schwer, denn je mehr ich die Diskussionen und die Äußerungen gewisser Politiker verfolge, desto öfter gewinne ich den Eindruck, dass diese die Bürger verspotten, verachten oder belügen. Insbesondere betrübt mich, dass hinter diesen anscheinenden Lügen nicht sonderlich viel Mühe zu stecken scheint, was als zusätzliche Dreistigkeit verstanden werden könnte. Aber auch hier will ich einfach einen mir fremden Kommunikationsstil unterstellen und nur notfalls von Naivität schrittweise zu Boshaftigkeit eskalieren.
3 Nicht, weil es hier so schlimm ist — schlimme Dinge gibt es an vielen Orten — sondern weil ich noch lange nicht alt bin und weil ich glaube, dass sich meine Träume andernorts besser verwirklichen lassen.
Wie ich vorher feststellte, schrieb ich hier noch nie über den Mann, der mit Luhmann nicht kann. Das ist bedauerlich, aber leicht zu ändern. Ich hoffe, dass meine Erinnerungen mich nach dieser langen Zeit nicht allzu sehr trügen, doch bin ich zuversichtlich, dass dlg (der auch anwesend war) im Zweifelsfall korrigierend kommentieren wird1.
Vor vielen Jahren besuchte ich an meiner allerersten und bislang einzigen technischen Uni ein Philosophieseminar mit dem wunderschönen Titel Der Konstruktivismus der Postmoderne (vor allem des Titels wegen, das gebe ich ehrlich zu). Wie es an technischen Unis bei philosophischen Veranstaltungen so üblich zu sein scheint, nahmen weit mehr Senioren als gewöhnliche Studenten teil, denn anscheinend gab es eine Gruppe von Seniorstudenten, die es sich zum Ziel gesetzt hatte, jede angebotene Philosophieveranstaltung mindestens einmal zu besuchen2.
Dabei entwickelten einige ein befremdliches Instrumentarium an Standardfragen und Kommentaren, das bei vielen vor allem auf Kant zurückzugreifen schien. Ich will hier gewiss nicht missverstanden werden — schon durch ihre weit überdurchschnittliche Motivation und das Fehlen jeglicher Scheu belebten sie das Seminar ungemein — doch mussten wir gewöhnlichen Studierenden meiner Altersklasse oft darum kämpfen, überhaupt Gehör zu finden und nicht in der Übermacht der Älteren unterzugehen.
Einer von jenen, Herr M., ein pensionierter Lehrer, hatte durch pädagogische Reformen vergangener Jahrzehnte eine starke Abneigung gegen Niklas Luhmann entwickelt. All die Jahre hatten Luhmanns Thesen M.s Leben erschwert, und nun traf M. in einem Seminar unerwartet auf seinen alten Erzfeind. Nur dass M. lebte, und Luhmann nicht; M. konnte anklagen, und Luhmann hatte — da nur Papier — geduldig zu erdulden. Der Zeitpunkt für M.s Rache war gekommen.
Als Professor N. die Diskussion eröffnete begannen Herrn M.s Augen zu glimmen. “Wir sprachen,” so setzte er an, “über Kant.” N. unterbrach ihn irritiert blickend: “Wann war denn das?”
“Vor drei Semestern. Und im letzten.”
“Ach so. Und was hat das mit dem Text zu tun?”
“Dazu komme ich gleich. Ein wichtiges Thema bei Kant war die Askese…”
“Aber Herr M., ich bitte Sie, bleiben Sie beim Text.”
“Gleich! Ich frage Sie — wo ist bei Luhmann die Askese?” Triumphierend blickte M. in die Runde. “Ich seh’ sie nicht! Wo ist… bei Luhmann… die Askese!?”
N. schaffte es schließlich, M. zu überzeugen, dass es von Vorteil sei, sich erst auf Luhmanns Text zu beschränken, und dann — wenn die Zeit noch reichen sollte — einen Vergleich zu Kant anzustellen (schnell genug, bevor die anderen Senioren ebenfalls den Kant ergriffen, der um so vieles vertrauter war als die seltsame Systemtheorie), und doch wies M. in der verbleibenden guten Stunde immer wieder genüsslich auf Luhmanns Mangel an kantscher Askese hin, woraufhin N. ihn geduldig vertröstete und zu größerer Textnähe ermahnte.
Doch wenn Luhmanns Werk immer noch in vielen Disziplinen hoch geschätzt, auch wenn sein Zettelkasten immer noch nicht ausgewertet ist, so hatte M. doch die entscheidende Schwachstelle der Systemtheorie entdeckt. Ich sah M. den Rest des Semesters wöchentlich, und nur einmal wirkte er ebenso zufrieden wie am Tag seines entscheidenden Siegs über Luhmann. Als nämlich ein anderer Text auf Luhmann wandte M. sich hämisch grinsend an die Runde: “Ich frage Sie alle immer noch: Wo ist bei Luhmann Kants Askese?” Doch diesmal konnte N. das Thema deutlich leichter wechseln.
Danach begegnete ich M. nie wieder, aber ich stelle mir manchmal vor, dass er immer noch durch die Seminarräume streift und gelegentlich genüsslich “Wo ist denn nun bei Luhmann die Askese?” ruft um sich am späten Ausgleich für die von Luhmann ausgelösten Missetaten zu erfreuen. Ich würde es ihm gönnen.
Luhmann hingegen begegnete ich ein weiteres Mal in einer Hausarbeit in der Soziologie. Dadurch lernte ich zwar den Unterschied zwischen Sozialisation und Erziehung kennen, fand mich aber weit weniger bereichert als bei unserer ersten Begegnung.
Kants Askese habe ich dort nicht gefunden, allerdings habe ich sie auch nicht wirklich gesucht.
1 Und wenn es keine Zeugen mehr für andere Verläufe gibt, dann war es wohl eben so. So funktioniert Geschichte.
2 Dabei sei ihnen verziehen, dass sie die Vorlesungen der theoretischen Informatik gewöhnlich vollkommen ignorieren, auch wenn mir dies zutiefst unverständlich ist. Ist die Unentscheidbarkeit denn nicht der gnadenlose Schlussstrich unter der Queste nach dem Wissen über alle formalisierbaren Wahrheiten, Gödels brutales Ende einer Linie, die mindestens von Leibniz bis hin zu Hilbert verläuft? Wie kann ein philosophisch interessierter Mensch die logische Wissenexplosion des hinteren 19. Jahrhunderts ignorieren, und wo erfährt man darüber mehr als in der Informatik, wenn die Mathematik eine Logik-Professur für entbehrlichen Luxus hält und ein einziger Philosophie-Professor einen ganzen Campus versorgen muss? Und wo sonst erhält man die Gelegenheit, nicht nur eine Unendlichkeit zu erblicken, sondern derer unendlich viele, eine mächtiger als die andere? (Schon den Anblick der dritten kann nicht einmal ich mehr ertragen. Wobei — “Potenzmenge der reellen Zahlen”, doch das halte ich aus und kann ich mir vorstellen. Gut, dann ist erst die vierte oder fünfte zu schrecklich.)
| | | | Back to top
Design by Andreas Viklund | Serendipity Template by Carl
Comments
Thu, 25.06.2009 08:42
Ich habe Ohrstöpfel von KGS – auch super Dämmend, aber zur Stille fehlt einiges. Also ich denke, wenn man [...]
Wed, 24.06.2009 21:13
Ich habe Schallisolierende iphone-Kopfhoerer, und die funktionieren blendend. Oft trage ich sie im Zug (oder Flugzeug), [...]
Wed, 24.06.2009 17:52
«Jetzt bin ich mir nicht sicher, wer genau der Übeltäter ist (Übel, haha, Sie verstehen?), und selbst wenn ich es wäre, [...]
Wed, 24.06.2009 16:52
Irgendwie bin ich froh “Madagascar” nie gesehen zu haben…
Wed, 24.06.2009 13:56
wärend mir zu “I like to move it move it” nur immer wieder Lemuren mit dem Spruch “Die Freaks aus New York” einfällt… [...]