Rize ist ein seltsamer Film. Eine untertitelte Dokumentation über tanzende Clowns im Ghetto von L.A.; Clowngruppen, die Jugendlichen eine Alternative zu dem wohlbekannten Ghetto-Gang-Leben bieten und auch auf Kindergeburtstagen auftreten. Hauptperson der Doku war Tommy the Clown, der stets mit einer Regenbogen-Afro-Perücke auftritt und die ganze Clowning-Bewegung ins Leben gerufen hat. Irgendwann hat sich aus dem Clowning dann noch Krumping entwickelt, wo die Leute tanzen, als ob sie irgendwelche Loas rufen wollen (auf den Voodoo-Aspekt wird, ach, ganz und gar nicht eingegangen), und sich selbst ernst nehmen. Zumindest tun sie so.
Irgendwann gibt es dann auch einen Kampftanzkampf im Battledome, Clowner gegen Krumper, so von wegen Stolz und so. Die Sympathien liegen natürlich bei den Clowns, imemrhin sind die absichtlich albern; doch deren Sieg wird durch die Ghettoigkeit des Ghettos getrübt. Nicht, dass da Clowns schießen oder erschossen würden, erschossen (und auch noch grundlos) wird nur eine Nebenfigur, aber Tragik lauert in jedem vorbeifahrenden Auto.
Am Ende erinnere ich mich noch an geballte Ghetto-Milieu-Studien, einen Haufen Clowns, die riefenstahlesken Szenen wie sie auf dem Poster zu sehen sind, und den bekloppten Sargverkäufer. Und dass der Film, auch wenn er mich nicht gelangweilt hat, doch keine 2 Stunden, sondern nur 86 Minuten gedauert hat und anscheinend wirklich nicht erfunden wurde.
Tanzende Ghetto-Clowns, meine Fresse. Ich bin beeindruckt.