Also, all die dezenten Kommentare, die man in diversen Berichterstattungen zu “Die Reise der Pinguine” zu sehen bekommt, sind untertrieben. Keine Frage, die Bilder sind wunderschön und zutiefst beeindruckend (die Antarktis finde ich sowieso, mit Verlaub, das dumme Wortspiel sei verziehen, ziemlich cool); doch wer bitte hatte denn die Idee, den Pinguinen Dialoge zu verpassen? Dialoge, die anscheinend von Deutsch-Leistungskurslern mit literarischen Blähungen geschrieben wurden, von billigstem Pathos und Kitsch nur so trieften und mir in schon nach der ersten Viertelstunde Magenkrämpfe verursachten? Wie soll man das denn ernst nehmen, wenn Pinguine dümmer als das dümmste Schultheater klingen?
Lass uns noch ein einziges Mal gemeinsam unsere Hymne der Liebe singen, bevor ich mich auf den langen Weg zum Meer mache, um Futter für mich und unser Junges zu besorgen. Warte auf mich, ich werde bald in unsere Oase des Lebens zurückkehren.
Ganz wörtlich war dieses Zitat nicht, ich hatte nichts zum Schreiben dabei, aber ziemlich genau
solchen Dreck haben sie den armen Pinguinen in die Schnäbel gelegt. Wenn man also diesen Film sehen will, was sich wegen der Optik wirklich lohnt, sollte man einen Walkman oder iPod oder sowas mitnehmen. Ich hatte meinen leider nicht dabei, und ich litt für Euch alle, um Euch zu warnen. Schweigende Massen, das Erdferkel wurde für Euch gefoltert; lasst meine Leiden nicht vergebens gewesen sein.
Ein wenig würdelos und blöde wirken sie an Land ja schon, die Pinguine, und im Wasser werden sie im Film kaum gezeigt; aber wirklich: Das alles ist schon sehr beeindruckend. Nur zuhören sollte man besser nicht. Natürlich wird auch nie erklärt, wie die krassen pinguinfressenden Vögel heißen (wohl nicht “Langflügler”, wie sie der leider überlebende, nervige Kleinpinguin nennt); Simmi die Biologin sagt, es waren Albatrosse (“Weh mir armer, der ich schoss…”).