Frau Seelchen hat mich mit einem Stock beworfen; das erste Mal, dass das jemand macht. Ich finde das nett und schreite, nach langem Trödeln, zur Antwort:
1. You’re stuck inside Fahrenheit 451. Which book do you want to be?
Ich würde mir Naked Lunch merken. Nicht etwa, weil kein Mensch merken würde, wenn ich da irgendwas durcheinander werfe, sondern weil gehobene Wirrnis erhalten werden muss.
2. Have you ever had a crush on a fictional character?
Ich glaube nicht, jedenfalls kann ich mich nicht daran erinnern.
3.The last book you bought:
Das Gängster-Kochbuch vom ollen Klink, zum netten Film mit dem doofen deutschen Titel. Und den ersten Lothaire, aber der ist zur Zeit noch nicht geliefert und auch eher Arbeit als Vergnügen und zählt daher nicht.
4. The last book you read:
Das erste Buch des nutzlosen Wissens. Das kann man so schön nebenbei lesen, ohne sich auch nur irgendwie konzentrieren zu müssen.
5. What are you currently reading?
Nix. Ich lese die Bücher so schnell wie möglich, fast immer an einem Stück ohne Pause durch, “lese gerade” gibt’s bei mir also nicht. Unter anderem deswegen komme ich in letzter Zeit nur wenig zum Lesen.
6. Five books you would take to a desert island:
Zuallererst mal ein Buch zum Überleben auf Inseln, mit Anleitungen zum Fischfang und Amputieren, am besten mit Stahleinband zum Bärenverjagen. Werde ich bestimmt brauchen. Dann, nach einem kurzen Blick auf das Regal der ungelesenen Bücher, die dicksten raussuchend: Komplettausgaben von Kafka und Lewis Carroll, Mason & Dixon von Pynchon (ich dachte vor dem Bestellen, der würde nur kurze Bücher schreiben, so kurz wie The Crying of Lot 49 – von wegen) und Ulysses. Dann könnte ich die endlich fertig kriegen und Umräumen.
So, kommen wir zum Weiterschmeißen. Einen Stock kriegen die cala23, damit sie neben all dem Schwangersein auch mal wieder zum Schreiben animiert wird, dlg, weil der gewöhnlich einen guten Buchgeschmack hat, und außerdem alle, die gerne hier erwähnt worden wären, von mir aber übergangen wurden, weil ich einfach annahm, dass sie das Stöckchen eh nicht fangen würden.
Bevor ich müde ins Bett falle nur eines: Episode 3 ist wirklich besser als die beiden davor. Nein, wirklich. Ab und zu ermüdet das Geschwafel ein wenig, besonders wenn Anakin und Padme ein Kitschfest feiern, ab und zu sind die Droiden all zu albern (“Roger Roger!”), aber ansonsten – nett. Richtig nett. Außerdem wurde das Hauptthema des imperiellen Marsches1 im Gegensatz zu Episode 2 nur sehr, sehr sparsam verwendet, so dass es nicht so aufgesetzt gewirkt hat. Meine üblen Befürchtungen haben sich überhaupt nicht erfüllt, und Jar Jar kam auch nur ganz kurz vor – ohne ein einziges Wort zu sagen. Die Überschrift ist also eine billige Lüge, um nach Aufmerksamkeit zu gieren.
1 Dö dö dö, döm dö dö – dööö dö döh!
Heute hatten wir eine potentielle Mitbewohnerin da, die nach Besichtigung einiger Zimmer plötzlich sehr schnell wieder verschwand, viel schneller als alle anderen zuvor, ohne groß Fragen zu stellen. Inzwischen habe ich einen Verdacht, woran das gelegen haben könnte. Um das zu verstehen muss man aber zwei Details über unsere WG wissen.
Das obere Wohnzimmer ist ein Dachzimmer mit Schrägen an beiden Seiten, am Ende ist in der Wand eine Nische, gerade groß genug für meine Statue von Grapschi, dem alles grapschenden Krokodilgott; deswegen wurde die von uns auch entsprechend eingerichtet und deswegen nennen wir das obere Wohnzimmer auch Kapelle. Außerdem stehen in diesem Zimmer die wohl endgültig verstorbenen Überreste diverser Kirschpepperonis, indischer Nachtschatten und anderer Schattenpflanzen, die ich da oben mal kultivieren wollte. Ich hatte gehofft, sie vielleicht doch noch retten zu können, aber inzwischen glaube ich Freddy, dass es dafür viel zu spät ist.Nun ja. Jedenfalls ergab sich daraus folgender Dialog:
Freddy: Und das ist das obere Wohnzimmer. Wir nennen es auch manchmal das Anbetungszimmer.
Sie: Äh, ja … was sind denn das für Pflanzen?
Ich: Ach, die wollte ich da oben anbauen, aber die sind wohl endgültig tot.
Sie: Aha?
Kurz darauf ging sie, ohne die üblichen Fragen zu stellen; und nach längerem Nachdenken und einer plötzlichen Idee fragen wir uns: Kann man so unerfahren und naiv sein, dass man vertrocknete Kirschpepperonis für Marihuana hält? Ich meine, wenn sie uns oder unsere Wohnung doof fände wär das ja ein vollkommen legitimer Fluchtgrund, aber wenn sie aufgrund von vollkommen falschen Eindrücken hier nicht einziehen will, dann ist das schon irgendwie doof. Eine Mail in der Art von “Du, nur das Du nix falsches denkst, das waren keine psychoaktiven Pflanzen” kann man nicht hinterherschicken, oder?
Und dabei weiß doch jeder, der mich kennt, dass so verweichlichte Pflanzen wie Marihuana bei mir keine Woche durchhalten würden.
Heute kam in der Sneak Kung Fu Hustle, und so platt es auch klingen mag, ich muss ganz ehrlich sagen: Ich habe schon lange keinen so verdammt guten Film mehr gesehen. Vielleicht muss man um das ganze schätzen zu können einen gewissen Draht zu Kung Fu Filmen haben, aber das ist ein hinreichendes Kriterium, gewiss kein notwendiges. Die wunderbare Mischung aus genial choreographierten Szenen, vollkommen überdrehten Charakteren und großen Mengen an reiner Wirrnis fügen sich zu einem herrlich komponierten Meisterwerk zusammen.
Natürlich saßen in unserer Nähe ein paar Kleingeister, die an Stil oder Handlung rumkritteln mussten, aber jene ignorieren wir ja gewöhnlich, da wir uns unseres überlegenen Geschmacks bewusst sind. Vertraut mir, vertraut diesem Mainstream-Kritiker, oder vetraut uns nicht, aber: Schaut Euch diesen Film an. Das ist einer der wenigen Filme, die ich auf dem Erstsemester-Videoabend gezeigt hätte, mehr noch: Einer der wenigen dieser Filme, die dort auch den anderen [Informatikern] gefallen hätten. (Im Gegensatz zu dem, was üble Gerüchteköche behaupten, kann ich das sehr wohl unterscheiden; ich habe auf all den Videoabenden mit purer Absicht campigen Unfug wie Gayniggers from Outer Space neben Perlen wie Die Braut des Prinzen gezeigt.)
Deswegen: Schaut Euch diesen Film an. Ich fand ihn jedenfalls gut und glaube, dass er auch vielen anderen gefallen kann.
Update: Damit man nicht lange suchen muss – bitte, hier ist die offizielle Seite, da gibt’s einen Trailer und ein paar schön schrottige Flash-Spiele.
Unter all den Werbeartikeln, die die Uni neuerdings in ihrem Fan-Shop verkauft, ist die Warnweste mit TU-Logo der befremdlichste; allerdings irritiert mich auch die Produktbeschreibung zum Laser Photonenkuli:
Beeindruckend! Laserpen und extrem helles Photonenlicht in einem sehr schlanken Metallstift. Zusätzlich noch als Zweifarbstift mit schwarzer und blauer Mine zu verwenden. Das läßt jedes Herz höher schlagen. Das TU Logo in Lasergravur.Aber T-Shirts für fünf Euro und einen Rucksack mit Notebook-Tasche für 14 Euro, das versöhnt einen selbst mit dem TU-Logo. Ein wenig erinnert mich das ganze trotzdem an diese Videokassetten, auf denen nicht nur Filme wie “Liane, die weiße Sklavin” sondern auch noch deutliche Hinweise auf die häufige Wiederbespielbarkeit zu finden waren. Mein ja nur. Vielleicht kaufe ich auch einen TU-Wein mit Logo im Corporate-Design als stilvolles Geschenk für viele Gelegenheiten. Ich muss ja noch ein paar Geburtstagsgeschenke unter’s Volk bringen …
Die allsemesterliche Wundertütenverteilung in der Mensa ergab, abweichend von der Inhaltsangabe, folgende Beute für mich:
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Comments
Fri, 19.12.2008 11:02
Ich bin schon bald eine Woche lang wieder da, hatte und habe aber viel zu tun.
Wed, 17.12.2008 09:47
Dafür haben wir hier britische Suppe. Wann kommst du wieder?
Tue, 16.12.2008 09:20
Ich weiß leider nicht im Detail, wie eine solche Regel arbeiten soll (und gerade keine Zeit, um nachzulesen). Aber wie [...]
Mon, 08.12.2008 00:30
Was nicht viel nutzt, denn ich bin eh viel drinnen, aber nett ist das trotzdem.
Sun, 07.12.2008 23:27
Oh, auch gut. Halte ihn in Ehren und behandle ihn gut! Er hat eine gewisse Vorgeschichte, denn vor mir gehörte er einem, [...]