In der Mittagspause im neuen Biosupermarkt neben der Uni entdeckt:
Unterstützt von positiven Frequenzen beende ich meine Mittagspause und wende mich wieder meinem unfertigen Beweis zu. Mit der Macht des Mondes werde ich ihn beenden!
Inspiriert von aktuellen Nachrichten, an alte Zeiten denkend, auf Holgers Resultat beim albernen Test Nr. 22 anspielend wollte ich ein Gedicht über den Fang eines Riesenquastenflossers schaffen, und zwar eine Terzine. Kann ja nicht so schwer sein.
Ja, hat sich was. Blödes Reimschema, blöde jambische Pentameter, blöder Dante und blöder Hofmannsthal (der mir noch viel mehr fremd ist als Lyrik), überhaupt, alle blöd. Deswegen gibt’s jetzt Kunstkritik aus meinem Kreativarchiv, ein Gedicht ohne Titel, eines, das ich einfach so runterknütteln konnte, ganz ohne stinkende jambische Pentameter, die eh heutzutage keiner mehr leiden kann:
“Ist’s ein subversiver Akt,
wenn man auf die Straße kackt?
Nun, am meisten kommt’s drauf an,
ob man’s gut begründen kann:
Nennt man’s einen Kommentar
gegen die Verkehrsgefahr…”
“Eklig, will ich gar nicht hören!”
“Tut mir leid, ich wollt’ nicht stören.
Vielleicht sollt’ ich besser gehn?”
“Bitte!” – “Tschüss.” – “Da ist die Tür.”
Vielleicht vielen schon bekannt, doch nun zum ersten Mal von mir in echt gesehen — ein Wurstautomat. Am A-Ende des S-Bahn Gleises an der Hauptwache steht, an der Ecke des Automatenblocks gegenüber vom Suppenautomaten, ein Meica-Wurstomat. Zur Auswahl, mindestens (ich machte mir keine Notizen), Deutschländer, Wurstformfrikadelle und Geflügelwurst; für 1,50, kalt oder gemikrowellt. Während der 40 Sekunden Erhitzungszeit (Dosenwurst esse ich ja lieber warm) zeigt das LCDisplay einen sich von links nach rechts füllenden, wurstförmigen Fortschrittsbalken, dann trennt sich der Wurstomat von eingeschweisster Wurst und Wechselgeld; und tatsächlich ist’s halt eine warme Meica-Wurst, im Gegensatz zum Fortschrittsbalken gerade und nicht gebogen. Die mag man, oder eher nicht, aber wenigstens angemessen warm, das ist schon was. Als Freund von Kaffeeautomatenoptionstasten wie “extra-schwarz”, “extra-Zucker”, “gequirlt”, “mit Suppe” vermisse ich Optionen für Ketchup und Senf, aber immerhin geht’s ja vor allem (Verzeihung) um die Wurst.
Mit Fotos kann ich übrigens nicht dienen, aber Googles (Bilder)suche hilft etwaigen Interessenten. Laut anderen Blogs treten diese Wurstautomaten des öfteren als Team mit Pommesautomaten auf, und als besonderer Freund von Mikrowellenfritten (bofrost!) muss ich die natürlich auch testen. Also Augen auf, später, auf der Fahrt vom Elternhaus nach Frankfurt! Apropos andere Blogs, wie man so einen Automaten sehen und nicht testen kann, also nein, dass verstehe ich nicht. Dazu bin ich wohl, um es ultra-nerdig und obskur auszudrücken, zu sehr Sinnsat (Herr Schulz, geben Sie’s zu! Sie würden mich gerne als vorlauter, schwebender Schädel begleiten!).
In Kaiserslautern und Tarragona gibt es sowas nicht, und Berlin ist so groß, dass man vielleicht sein ganzes Leben lebt und dennoch niemals in einen Stadtteil mit einem Wurstomaten kommt, da lobe ich mir Frankfurt als zusammengeknödelte Stadt irgendwo dazwischen.
Update: Tatsächlich gibt’s im Wurstomaten auch Trueman’s (deren Plural man wohl wie bilden mag?), doch einen Frittomaten sah ich keinen. Irgendwann, irgendwo…
Rolkinger wischte sich den Schweiß von seiner Halbglatze und zitierte vom Stichwortzettel: “Wenn Physik Sex ist, dann ist Mathematik…”
“Heute nur Kuscheln?”, unterbrach ihn Lipnik, der schon länger in vorausahnender Geringschätzung verächtliche Grimassen geübt hatte.
“Nein, Masturbation.”
“Bah”, entfuhr es seinem Kontrahenten, “das ist doch nix. Wie wäre es damit: Wenn Mathematik Milch ist, dann ist Physik Käse.”
“Jawohl!”, rief der alte Batuschek und ließ von seinem Ziegenbart ab, um die Hand der Deckenlampe entgegenzustrecken, “und Informatik ist Joghurt! Nein, Kondensmilch!”
Wulz, frisch in die Abteilung für die Konstruktion geringwertiger sprachlicher Bilder und Assoziationen versetzt und zum ersten Mal beim mittäglichen Meeting dabei, raffte seinen ganzen Mut zusammen: “Können wir das denn einfach so machen, Physiker anpöbeln und so?”
Lipnik und Rolkinger erstarrten in Erwartung der nun unvermeidbaren Predigt ihres Vorgesetzten, die auch zuverlässig wie Regenwaldregen erfolgte.
“Niemand”, rief der alte Batuschek, während er sich aus seinem Chefsessel erhob und sogleich mit beiden Händen unsichtbare Regale ausräumend durch das Besprechungszimmer schritt, das gleichzeitig auch die Kaffeeküche der Abteilung sowie Rolkingers Büro war, “niemand, der am Puls der Zeit lebt, assoziiert heutzutage noch Käse mit fehlender Exzellenz! Nicht seit der 37er Kampagne! ‘Käse ist Freiheit, und Freiheit ist Käse’, das müssten sie in der Abteilung für subtile Propaganda doch gelernt haben.”
“Falls, dann hätten sie ihn wohl kaum hierher versetzt.” flüsterte Lipnik Rolkinger zu, der sofort albern kicherte und, dadurch unachtsam, fast von der linken Hand des alten Batuschek getroffen wurde, der sich gerade in eine extatische Trance monologisierte, während Lipnik und Rolkinger sich Gemeinheiten zuflüsterten und Wulz der Aufzählung potentieller Paarungen von Milchprodukten mit Gebieten lauschte, jener immer unglücklicher werdend, denn er war nicht nur neu und nicht in der Abteilung sozialisiert, sondern auch laktoseintolerant.
Pudding vermisste er am meisten, und der würde, nach des alten Batuscheks erster Planung, wahrscheinlich mit Stochastik oder so etwas verknüpft werden; und dabei war Wulz in Mathe schon immer schlecht gewesen. Soviel zum ersten Meeting.
Eines der fünf geheimen Nebenthemem dieses Blogs sind bekanntermaßen englische Gedichte. Schon daher muss ich auf jene kleine Sammlung von Limerickversionen hinweisen; insbesondere wird dort auch Frosts “Stopping by the Woods on a Snowy Evening” behandelt, eines der wichtigsten Gedichte überhaupt. Quelle dieses Links war und viel ergiebiger ist jener Thread bei MetaFilter, in dem sich auch Ozymandias findet. Und als welle::erd.ferkel-Exklusivcontent:
There once was a tyger at night
that burnt unframed and bright
but someone rhymed eye
on the beast’s symmetry
not to the tyger’s delight.
Das Sandwich, das sie bei Starbucks verkaufen, das mir so unheimlich hip zu sein scheint, dass ich befürchte bei einer eventuellen Berührung desselben zu Staub zu zerfallen, ist, wie ich heute Morgen feststellen musste, ja gar kein Bärlauch-Ruccola-Sandwich, sondern ein Feta-Bärlauch-Sandwich. Wäre ja auch öde, nur so Grünzeug. Veganer-Futter, und selbst die essen vielleicht nicht mal das Brot. Eventuell auch Bärlauch-Feta, so genau habe ich mir das nicht gemerkt, unheimlich ist es mir auf jeden Fall. Also, merken: Feta, nicht die gute, olle Rauke.
Da habe ich mich, Verzeihung, das muss jetzt sein, wohl fetan. Haha.
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Comments
Fri, 19.12.2008 11:02
Ich bin schon bald eine Woche lang wieder da, hatte und habe aber viel zu tun.
Wed, 17.12.2008 09:47
Dafür haben wir hier britische Suppe. Wann kommst du wieder?
Tue, 16.12.2008 09:20
Ich weiß leider nicht im Detail, wie eine solche Regel arbeiten soll (und gerade keine Zeit, um nachzulesen). Aber wie [...]
Mon, 08.12.2008 00:30
Was nicht viel nutzt, denn ich bin eh viel drinnen, aber nett ist das trotzdem.
Sun, 07.12.2008 23:27
Oh, auch gut. Halte ihn in Ehren und behandle ihn gut! Er hat eine gewisse Vorgeschichte, denn vor mir gehörte er einem, [...]