Mal etwas anderer Katzencontent:
Anfang von Folge 10 der Serie Metalocalypse, die wohl nie im deutschen Fernsehen laufen wird. Zu metal. Zu brutal. Oft zu widerlich, stellenweise gar zu öde, aber größtenteils doch recht angenehm überdreht schwachsinnig.
Und eine Folge dauert nur 11 Minuten, so dass man das auch zwischendurch und nebenbei sehen kann, vielleicht sogar bei YouTube, wie zum Beispiel diese(Teil 2).
“This is metal… for fish.”
“Fish don’t gots no good metal to listens to.”
“This one’s called mermaid-errrrr.”
“It’s about… mermaid murder.”
Letztens verschlug es mich versehentlich, denn eigentlich wollte ich nur in der erweiterten Nachbarschaft einen Brief einwerfen, wieder einmal in den Kaufhofkeller. Dort musste ich mit mir kämpfen, denn obwohl ich keine Tiefkühltasche dabei hatte, grinsten mich zwei bislang unprobierte Sorten Ben & Jerry’s Eiscreme verführerisch an.
Nur wegen zwei Packen eigentlich zu teuren Eises eine Tiefkühltasche zu kaufen schien mir übertrieben (man merkt, ich spare am richtigen Ende), also beschloss ich, mit mir selbst einen Handel zu schließen: Ich kaufe das Eis, die beiden Eise, nur, wenn ich es schaffe, innerhalb von fünf Minuten etwas tiefgekühltes zu finden, etwas, das ich noch nie probiert habe aber unbedingt probieren muss, um so den Kauf der Tüte zu rechtfertigen.
Direkt um die Ecke entdeckte ich das hier, und alleine schon das Vorkommen von Minze und Zitrone rechtfertigte den Kauf. Das Bild hier ist allerdings stark vergrößert, in Wirklichkeit fasst der Becher gerade einmal 0,3 Liter und enthält (für alle, die kein Hebräisch können) Sirup. Ja, bah, eigentlich ist Getränkegrundstoff doof, aber der hier hat mich doch sehr angenehm überrascht. Man wirft das Zeug gefroren in ein Gefäß, kippt die vierfache Menge an kaltem Wasser drauf und erhält so ein Getränk, das wie Mojito schmeckt, jedenfalls wie Mojito ohne Alkohol.
Eine feine Sache und wirklich empfehlenswert, nur schade, dass ich das erst nach dem Tod des Sommers entdeckte, und schade, dass sie es im nächsten Jahr wahrscheinlich nicht mehr haben werden, da das gewiss nur im Rahmen der gerade vergangenen Israel-Tage in Sortiment gepackt wurde. Ich muss mal rausfinden, ob man das noch öfter kriegen kann; ansonsten sei jedem geraten, das mal zu probieren.
Abgesehen davon merke ich an, dass Chocolate Therapy ein (wie der Name bereits vermuten lässt) ungemein schokoladiges Eis ist — Schokoladeneis mit Schokoladenkeksen und Schokoladenpuddingeis; wenn man Schokolade mag, dann lohnt es sich fast, nur dafür Liebeskummer zu haben. Als unverstandener und gequälter Künstler-Wissenschaftler braucht man natürlich keinen Liebeskummer, um die Qual des Daseins mit diesem Eis lindern zu müssen; aber allen anderen sei für den Bedarfsfall dazu geraten. Für den Alltag hingegen ist es fast zu schokoladig, falls das denn möglich ist, außer man erleidet einen Alltag alltäglicher Qualen, die eine verständnislose Umwelt verursacht.
Das andere Eis, Peace of Cake, war ein wenig zu erdbeerig und zu wenig kuchig, auch hätte ich es bevorzugt, wenn der Kuchen ein Peace-Symbol geformt hätte, statt einfach gelegentlich im Eis freigelegt zu werden, so dass am Ende nur ein schlecht motiviertes Wortspiel und ein wenig Enttäuschung bleiben, auch wenn das Eis ganz okay ist. Viel besser ist da Phish Food mit seinen Knusperfischen, die wehrlos im Eis gefangen auf ihren Tod warten.
Auf dem Weg von der U-Bahn zur Uni erblickte ich heute zwei Polizisten, die auf Segways durch die Gegend rollten. Damit habe ich inzwischen drei Segways außerhalb des Internets gesehen (der erste gehörte einem Stadtführer in Tarragona, der morgens oft an unserer Bushaltestelle vorbeirollte), was wohl wirklich bedeutet, dass auch wir Europäer uns langsam auf eine vollkommene Veränderung unseres Alltags einstellen sollten.
Zweitens ist auch Frankfurt, ähnlich wie Berlin, eine Stadt, in der Leute T-Shirts wahrnehmen und kommentieren. Wenn mir jeder, der eines meiner Rumpfkluft-Shirts erklärt haben wollte, dazu einen Groschen in die Hand gedrückt hätte, könnte ich mir inzwischen einen Kaffee kaufen. Zwar nicht bei Starbucks, auch nicht an jedem Stand, aber immerhin.
Drittens habe ich in den glaube ich vier Monaten in dieser Wohnung bereits zwei Mal Werbung von den Republikanern und einmal von der NPD im Briefkasten gehabt, was mehr ist als in den fünf Jahren in Kaiserslautern. Während die NPD gegen die geplante (glaube ich dritte) Moschee hier im Stadtteil wirbt und sich durch den Lokalbezug somit wenigstens etwas Mühe gibt, gab es von den Republikanern einfach nur je eine Ausgabe ihrer bundesweiten Mitgliederzeitung, die nicht einmal unterhaltsam war. Abgesehen davon kriege ich nicht viel Werbung, selbst die Bringdienste halten sich zurück. Arme Narren, wenn die wüssten, was für ein Kunde ihnen so entgeht.
Praktisch, wenn man gegen 21.15 merkt, dass der vorrätige Kaffee nicht für den nächsten Morgen reichen wird, und noch gemütlich drei Ecken entfernt Nachschub kaufen kann, da der REWE bis um 22 Uhr geöffnet hat. So bleibt einem eine verzweifelte Tour zum Bahnhof oder gar Flughafen erspart, ich glaube auch nicht, dass man an Tankstellen Kaffeebohnen kaufen kann. Sollte ich aber besser mal rausfinden, denn eine Stunde später hätte ich doof geguckt.
Auf dem Weg dachte ich darüber nach, was ich tun würde, wenn ich statt der von mir bevorzugten Sorte African Blue, ungemahlen, nur die milderen Sorten oder gemahlenen Kaffee vorfinden würde. In solchen Fällen bin ich immer ein wenig desorientiert, da ich mich inzwischen wieder an das beruhigende Geräusch der Kaffeemühle (elektrisch, denn mir fehlt inzwischen morgens der jugendliche Schwung, den man zum Handmahlen benötigt), den Duft frischer Bohnen und die starke Würze des Kaffees gewöhnt habe.
Fehlt etwas davon, so bin ich aus dem Takt gebracht, die Routine ist zerschlagen und der ganze Tag steht unter einem schlechten Vorzeichen. Gut, gar nicht wahr, gelogen, ich denke mir dann allenfalls “wie unangenehm” und mache den Kaffee zweiter Wahl etwas stärker, was zwar nicht das gleiche ist, sich aber einige Tage aushalten lässt, aber es macht mich halt nicht froh.
In der zweiten Hälfte meiner Spanien-Zeit musste ich ja sogar täglich mit Espresso auskommen, der, auch wenn ich mit dieser Meinung unter Kaffeefreunden wohl zu einer Minderheit gehöre, richtigen Kaffee nicht wirklich ersetzen kann, und selbst dieses Trauma habe ich inzwischen fast überwunden; nur noch selten wache ich angsterfüllt aus Alpträumen auf, in denen die EU alle Kaffeegetränke bis auf Espresso und Latte macchiato verbietet. Gut, auch nicht wahr, auch gelogen, zumindest übertrieben, aber Espresso ist für mich klar zweite Wahl, es sei denn, man gießt ihn über Eis, und Latte macchiato kann ich nur noch in sehr kleinen Mengen trinken, weil ich einmal zu oft bei Starbucks war.
Und weil ich das auch schon länger empfehlen wollte, hier noch ein Tip an alle etwas Wagemutigeren: Probiert mal Kaffee mit Tabasco und Vanillesirup, das ist momentan meine bevorzugte Mischung.
Entsetzen in der Mittagspause: Diese Woche ist Kinderuni. Die Cafeteria war nicht leer wie sonst, sonder voll quietschender, quiekender, wuselnder Kreaturen, die sämtliche Wege verstopften, fast wie bei der großen Mausplage von 1993.
Die schrecklichen Horden hatten das Angebot an Brötchen und Bagels auf ein für diese Tageszeit ungewohnt schlechtes Niveau hinabgefressen, und noch dazu hätte ich zwischen ihnen in einer langen Schlange anstehen müssen, was in der Mittagspause nun wirklich nicht sein muss.
Mein Essen fand ich andernorts, doch die Kinderuni wird die ganze Woche dauern. Wozu, wozu? Kein Nutzen kann so groß sein, diesen schrecklichen Preis zu rechtfertigen. Geht fort, ihr schrecklichen Kreaturen, geht und lasst mir meine Auswahl und Schlangenfreiheit.
Andererseits, und das sollte man fairerweise erwähnen, haben sie deswegen diese Woche länger auf; vielleicht sollte ich in Zukunft einfach eine andere Zeit ausprobieren. Doch der Schreck war so groß, dass mir das erst viel später einfiel.
Theoretische Informatiker brauchen, so sagt man gewöhnlich, wie die meisten Mathematiker, zum Arbeiten nichts weiter als Papier und Stift1, anders als zum Beispiel Physiker mit ihrer fachgebietsspezifischen Auswahl aus Teilchenbeschleunigern, Lasern oder Todesstrahlenkanonen, oder Archäologen mit ihren Schaufeln, Staubwedeln oder Spitzhacken.
Doch lehrt und die Geschichte der Zivilisation, dass es durchaus vernünftig ist, sich die Arbeit durch weitere Hilfsmittel zu erleichtern. Viele denken dabei zunächst an Offensichtlichkeiten wie Möbel und Computer, die einem so manche Schreibarbeit und anderes vereinfachen, und vergessen dabei ganz die wahrhaft wichtigen Werkzeuge, wie zum Beispiel Hefter.
Mein privater Hefter (der mich nun seit zweieinhalb Jahren begleitet) ist ein Novus B4FC, schwarz, und wie alle guten zivilen Hefter halbautomatisch. Als vielseitiges Gerät für den gehobenen Einzelpersonengebrauch lässt er sich mit Heftklammern der Kaliber 24/6 und 24/8 (je 150), sowie 26/8 und 26/8 (je 100) bestücken und kann damit Papierstapel bis zu einer Tiefe von 50 Blatt heften. Selbstverständlich verfügt der B4FC über eine Springfachlademechanik, die das Aufmunitionieren deutlich vereinfacht.
Da ich diesen Hefter zur Zeit gewöhnlich nur für kleinere Stapel verwende, habe ich ihn standardmäßig mit Klammern des Kalibers 24/6 gefüllt, halte aber stets einen Ersatzpacken 24/8 für besondere Aufgaben griffbereit. Schlechte Erfahrungen mit Billigklammern und altem Material aus diversen Büromittelschränken haben mir gezeigt, dass jener Ratschlag auf jeden Fall beachtet werden sollte; viel zu oft musste ich mit meinem treuen Enthefter B 80 cthulhoid verformte Missklammerungen und Ladehemmungen entfernen, alleine dafür hat jener schon einen eigenen Eintrag verdient, der in naher Zukunft erfolgen soll.
Das FC in der Typbezeichnung zeigt bereits, dass der B4FC im Gegensatz zum Grundmodell B4 über eine Flat-Clinch-Modifikation verfügt, die für ein besonders flaches Aufliegen der Klammern auf dem Papier sorgt. Diese verkleinert allerdings die Papiereinlegetiefe von 65mm auf 60mm, wer auf diese 5mm nicht verzichten kann, hat vielleicht Interesse am etwas größeren Modell B5FC, das eine Einlegetiefe von 90mm und ein um 50 Klammern vergrößertes Magazin besitzt.
Will man hingegen noch tiefer heften, zum Beispiel im Broschürenformat gedruckte Artikel, so empfiehlt sich ein sogenannter Langhefter, wie zum Beispiel mein dienstlich angeschaffter B17—mit einer Einlegtiefe von 300mm eignet er sich sogar zum Heften von A2-Bögen zu A3-Broschüren. Von Kaliber und Magazin ist der B17 mit dem B5 bzw B5FC identisch, allerdings kommt er nur mit bis zu 40 Blatt zurecht, was aber angesichts der Tatsache, dass sich 40 Blatt sowieso nicht ordentlich falten lassen und sich in diesen Fällen der Einsatz einer Schneidemaschine empfiehlt, keinen Mangel darstellt.
Inzwischen drucke ich alle wissenschaftlichen Artikel doppelseitig im Broschürenformat und hefte mit dem B17, so spare ich Platz und Papier, und außerdem sehen so all meine Ausdrucke aus wie die Autorenbelegexemplare zu Zeitschriftenartikeln.
Gehäuse wie Mechanik der Novus-Geräte sind beindruckend robust, nicht ohne Grund gewährt der Hersteller auf B4FC, B5FC und B17 eine Garantie von 10 Jahren, und ich bin davon überzeugt, dass man den B4FC im Notfall als Schlagwaffe einsetzen könnte, ohne ihn dadurch zu gefährden2.
1 Oder, abstrakter: Schreibmaterial, denn eine Tafel und Kreide oder Sand und ein Brillenbügel mögen zur Not auch genügen; unter schrecklichsten Umständen vielleicht auch eine Wand und ein Zahnstocher mit dem eigenen Blut, denn man muss es ausnutzen, wenn man schon ungestört ist. Doch leider haben die meisten Verliese dunkel modrig feuchte Wände, auf denen es sich schlecht schreibt. Fluch über Dich, grausamer Graf Dracula!
2 Wobei ich es nicht darauf ankommen lassen möchte, was ich aber nicht durch mein fehlendes Vertrauen in die Stabilität des Geräts, sondern durch mein fehlendes Vertrauen in meine Kampfkünste begründe. Ich bin weder gut im Kämpfen, noch gut im Weglaufen, aber verstecken kann ich mich einigermaßen. I laugh into the face of danger. And then I hide until it goes away (clutching my B4FC to fight back if it should become necessary).
| | | | Back to top
Design by Andreas Viklund | Serendipity Template by Carl
Comments
Fri, 19.12.2008 11:02
Ich bin schon bald eine Woche lang wieder da, hatte und habe aber viel zu tun.
Wed, 17.12.2008 09:47
Dafür haben wir hier britische Suppe. Wann kommst du wieder?
Tue, 16.12.2008 09:20
Ich weiß leider nicht im Detail, wie eine solche Regel arbeiten soll (und gerade keine Zeit, um nachzulesen). Aber wie [...]
Mon, 08.12.2008 00:30
Was nicht viel nutzt, denn ich bin eh viel drinnen, aber nett ist das trotzdem.
Sun, 07.12.2008 23:27
Oh, auch gut. Halte ihn in Ehren und behandle ihn gut! Er hat eine gewisse Vorgeschichte, denn vor mir gehörte er einem, [...]