Heute in der U-Bahn, spontan ungewohnt früh unterwegs ein Vitrinenregal zu ergattern, las ich nochmal einen Artikel, der mich schon lange beschäftigt, diesmal mit Blick auf einen anderen Aspekt und dessen Verwertbarkeit für meine Arbeit, was aber hier nicht weiter detailliert werden soll, als ich, die U-Bahn hielt gerade, ein starkes Stupsen an meinem Schuh bemerkte.
Eine Seniorin hatte auf ihrem Weg nach draußen neben mir angehalten, um mich mit ihrem Stock sanft und doch entschlossen darauf hinzuweisen, dass ich (ganz in Gedanken) meine Füße auf dem gegenüberliegenden Sitz abgelegt hatte, und kommentierte dies mit einem wütenden und recht unfreundlichen “Machen Sie das zu Hause auch?”. Ganz anders als in den Situationen, in denen man nicht weiß was man sagen soll, und erst kurz darauf und doch zu spät eine wunderbare Antwort findet, fiel mir spontan “Ja, aber ich trage ja schwarze Hosen, da sieht man das nicht.” ein, aber mein schlechtes Gewissen kam mir in die Quere, das letzte Bisschen Anstand hielt mich ab, und ich murmelte daher nur so etwas wie “Oh”, was zwar nicht gerade schlagfertig, aber angemessen betroffen war, während ich ihrer impliziten Aufforderung nachkam.
Dann stieg sie aus und ich fuhr weiter, wie immer einer ungewissen Zukunft entgegen, doch nun natürlich mit beiden Füßen auf dem Boden.
Frankfurt an einem Sonntag Morgen ist anscheinend ungefähr so tot wie Kaiserslautern zur selben Zeit, doch durch den größeren Kontrast zum Alltag wirkt die Sonntagsleere hier weit gespenstischer als dort.
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Comments
Fri, 19.12.2008 11:02
Ich bin schon bald eine Woche lang wieder da, hatte und habe aber viel zu tun.
Wed, 17.12.2008 09:47
Dafür haben wir hier britische Suppe. Wann kommst du wieder?
Tue, 16.12.2008 09:20
Ich weiß leider nicht im Detail, wie eine solche Regel arbeiten soll (und gerade keine Zeit, um nachzulesen). Aber wie [...]
Mon, 08.12.2008 00:30
Was nicht viel nutzt, denn ich bin eh viel drinnen, aber nett ist das trotzdem.
Sun, 07.12.2008 23:27
Oh, auch gut. Halte ihn in Ehren und behandle ihn gut! Er hat eine gewisse Vorgeschichte, denn vor mir gehörte er einem, [...]