Theoretische Informatiker brauchen, so sagt man gewöhnlich, wie die meisten Mathematiker, zum Arbeiten nichts weiter als Papier und Stift1, anders als zum Beispiel Physiker mit ihrer fachgebietsspezifischen Auswahl aus Teilchenbeschleunigern, Lasern oder Todesstrahlenkanonen, oder Archäologen mit ihren Schaufeln, Staubwedeln oder Spitzhacken.
Doch lehrt und die Geschichte der Zivilisation, dass es durchaus vernünftig ist, sich die Arbeit durch weitere Hilfsmittel zu erleichtern. Viele denken dabei zunächst an Offensichtlichkeiten wie Möbel und Computer, die einem so manche Schreibarbeit und anderes vereinfachen, und vergessen dabei ganz die wahrhaft wichtigen Werkzeuge, wie zum Beispiel Hefter.
Mein privater Hefter (der mich nun seit zweieinhalb Jahren begleitet) ist ein Novus B4FC, schwarz, und wie alle guten zivilen Hefter halbautomatisch. Als vielseitiges Gerät für den gehobenen Einzelpersonengebrauch lässt er sich mit Heftklammern der Kaliber 24/6 und 24/8 (je 150), sowie 26/8 und 26/8 (je 100) bestücken und kann damit Papierstapel bis zu einer Tiefe von 50 Blatt heften. Selbstverständlich verfügt der B4FC über eine Springfachlademechanik, die das Aufmunitionieren deutlich vereinfacht.
Da ich diesen Hefter zur Zeit gewöhnlich nur für kleinere Stapel verwende, habe ich ihn standardmäßig mit Klammern des Kalibers 24/6 gefüllt, halte aber stets einen Ersatzpacken 24/8 für besondere Aufgaben griffbereit. Schlechte Erfahrungen mit Billigklammern und altem Material aus diversen Büromittelschränken haben mir gezeigt, dass jener Ratschlag auf jeden Fall beachtet werden sollte; viel zu oft musste ich mit meinem treuen Enthefter B 80 cthulhoid verformte Missklammerungen und Ladehemmungen entfernen, alleine dafür hat jener schon einen eigenen Eintrag verdient, der in naher Zukunft erfolgen soll.
Das FC in der Typbezeichnung zeigt bereits, dass der B4FC im Gegensatz zum Grundmodell B4 über eine Flat-Clinch-Modifikation verfügt, die für ein besonders flaches Aufliegen der Klammern auf dem Papier sorgt. Diese verkleinert allerdings die Papiereinlegetiefe von 65mm auf 60mm, wer auf diese 5mm nicht verzichten kann, hat vielleicht Interesse am etwas größeren Modell B5FC, das eine Einlegetiefe von 90mm und ein um 50 Klammern vergrößertes Magazin besitzt.
Will man hingegen noch tiefer heften, zum Beispiel im Broschürenformat gedruckte Artikel, so empfiehlt sich ein sogenannter Langhefter, wie zum Beispiel mein dienstlich angeschaffter B17—mit einer Einlegtiefe von 300mm eignet er sich sogar zum Heften von A2-Bögen zu A3-Broschüren. Von Kaliber und Magazin ist der B17 mit dem B5 bzw B5FC identisch, allerdings kommt er nur mit bis zu 40 Blatt zurecht, was aber angesichts der Tatsache, dass sich 40 Blatt sowieso nicht ordentlich falten lassen und sich in diesen Fällen der Einsatz einer Schneidemaschine empfiehlt, keinen Mangel darstellt.
Inzwischen drucke ich alle wissenschaftlichen Artikel doppelseitig im Broschürenformat und hefte mit dem B17, so spare ich Platz und Papier, und außerdem sehen so all meine Ausdrucke aus wie die Autorenbelegexemplare zu Zeitschriftenartikeln.
Gehäuse wie Mechanik der Novus-Geräte sind beindruckend robust, nicht ohne Grund gewährt der Hersteller auf B4FC, B5FC und B17 eine Garantie von 10 Jahren, und ich bin davon überzeugt, dass man den B4FC im Notfall als Schlagwaffe einsetzen könnte, ohne ihn dadurch zu gefährden2.
1 Oder, abstrakter: Schreibmaterial, denn eine Tafel und Kreide oder Sand und ein Brillenbügel mögen zur Not auch genügen; unter schrecklichsten Umständen vielleicht auch eine Wand und ein Zahnstocher mit dem eigenen Blut, denn man muss es ausnutzen, wenn man schon ungestört ist. Doch leider haben die meisten Verliese dunkel modrig feuchte Wände, auf denen es sich schlecht schreibt. Fluch über Dich, grausamer Graf Dracula!
2 Wobei ich es nicht darauf ankommen lassen möchte, was ich aber nicht durch mein fehlendes Vertrauen in die Stabilität des Geräts, sondern durch mein fehlendes Vertrauen in meine Kampfkünste begründe. Ich bin weder gut im Kämpfen, noch gut im Weglaufen, aber verstecken kann ich mich einigermaßen. I laugh into the face of danger. And then I hide until it goes away (clutching my B4FC to fight back if it should become necessary).
| | | | Back to top
Design by Andreas Viklund | Serendipity Template by Carl
Comments
Fri, 19.12.2008 11:02
Ich bin schon bald eine Woche lang wieder da, hatte und habe aber viel zu tun.
Wed, 17.12.2008 09:47
Dafür haben wir hier britische Suppe. Wann kommst du wieder?
Tue, 16.12.2008 09:20
Ich weiß leider nicht im Detail, wie eine solche Regel arbeiten soll (und gerade keine Zeit, um nachzulesen). Aber wie [...]
Mon, 08.12.2008 00:30
Was nicht viel nutzt, denn ich bin eh viel drinnen, aber nett ist das trotzdem.
Sun, 07.12.2008 23:27
Oh, auch gut. Halte ihn in Ehren und behandle ihn gut! Er hat eine gewisse Vorgeschichte, denn vor mir gehörte er einem, [...]