...und zwar von der Bloggerbild, bei einem albernen Quiz. Nun gut, nicht die Uni selbst, sondern nur ein Wohnheim, und von denen auch nur das mit der höchsten Mutantenquote unter den Bewohnern; aber Kaiserslautern kann ja schon froh sein, wenn es mal außerhalb eines Fußballkontexts erwähnt wird.
Und jetzt muss ich wieder arbeiten, deswegen gibt es hier schon wieder einen spuddeligen Eintrag, aber immer noch keine Kommentarbeantwortung. Deswegen, und weil meine Verteidigung der Linguisten schrecklich lang werden wird und sorgsamst erarbeitet sein wird.
Schuld an meinem Schweigen hier ist also nicht nur meine Arbeitslast, sondern auch dlg, der so umständlich zu beantwortende (aber gute) Fragen stellt, so dass ich mich genötigt fühle, Linguisten zu verteidigen. So weit ist es mit mir schon gekommen, am Ende rechtfertige ich mich dann noch für Juristen und Orchideenkundler (metaphorische).
Nachtrag: Oho, gleich noch mal Kaiserslautern! Aber zu meiner Zeit hieß das Ding noch “Faulturm”.
Zum einen ein Trailer, damit Petra mir glaubt, dass ich mir den nicht einfach nur ausgedacht habe:
Und zum anderen ein altes, wirres Hundevideo:
Ersteres via Overcompensating, zweiteres via Ectoplasmosis.
Kommentar- und Emailbeantwortung und so Zeug morgen, heute langt’s gerademal zu dem ganzen Hundskram da oben.
Na, da war mein letzter Eintrag doch glatt ein wenig kryptischer als gewollt, denn anders, als meine Erinnerung mir suggerierte, hatte ich das Beispiel für die Nichtkontextfreiheit von Schwyzerdütsch in meinem Eintrag damals nicht explizit erwähnt; Hans, die Kinder und das Haus finden sich also erst in dem verlinkten pdf, versteckt zwischen Turingmaschinen und Linguistenkram. Klar, liest ja keiner, und weniger cool als die Büffel isses auch, da kann man ja nur verwirrt sein, und die schweigenden Massen verwirren, nein, das will ich nicht.
Deswegen, ganz kurz zusammengefasst (und bestimmt mach ich da was falsch, aber das tun so viele, und wichtig ist’s ja nicht), aber wirklich ganz kurz zusammengefasst geht angeblich in einem Dialekt von Schwyzerdütsch das folgende:
Wir beginnen mit:
Jan säit das mer d’chind em Hans es huus lönd hälfe aastriiche, auf Deutsch:
Jan sagt, dass wir die Kinder Hans helfen lassen, das Haus anzustreichen, oder ein wenig umformuliert:
Jan sagt, dass wir wollen, dass die Kinder Hans helfen, das Haus anzustreichen.
Dies lässt sich, wir kennen das von den Büffeln, angeblich erweitern zu:
Jan säit das mer d’chind d’chind em Hans em Hans es huus laa laa hälfe hälfe aastriiche.
Jan sagt, dass wir wollen, dass die Kinder(1) Hans (1) und die Kinder (2) Hans (2) helfen, das Haus anzustreichen.
Das lässt sich fortsetzen, zu beliebig vielen Kindern und Hansen, und ist eines dieser Beispiele für unpraktische Querbeziehung (je nach Quelle ambmcmdm, ambncmdn oder doch nur ww, da will ich mich nicht festlegen) in natürlichen Sprachen, die man als theoretischer Informatiker oder mathematischer Linguist gut benutzen kann, um mal wieder einen weiteren Formalismus zu motivieren. Linguisten und Computerlinguisten verwenden die Mechanismen dann auch, manche, gelegentlich, doch, wirklich.
Ein weiteres Bespiel, dem man sich in diesen Kreisen kaum entziehen kann, sind die Teleskopmehrdeutigkeiten, wie in “I saw a bird with a telescope” versus “I saw a spy with a telescope”, wo man sich gleich schämt, wenn man beide Sätze für mehrdeutig hält und, anders als vom Beispielgebenden intendiert, nur den zweiten. Irgendwo in meinen Unterlagen habe ich noch eine Zeichnung von meinem Teleskopvogel, sogar ein wenig hübscher als die StuPa-Katze, damals.
Leider gibt es nicht allzu viele verschiedene von diesen Beispielen, so dass man ihnen recht schnell in einschlägigen Vorlesungen und Vorträgen wieder und wieder begegnet. Manch schwachem Geist ist dies zu viel, und gelegentlich hält einer dem Druck nicht stand und rennt, vom Wahnsinn gezeichnet, brüllend in die Wildnis. Hans! Die Kinder! Das Haus! Teleskopvogel! Büffel, Büffel! BÜFFEL!
Und auch darum bin ich des öfteren doch recht froh, dass ich mich wissenschaftlich vor allem in dem Teil der formalen Sprachen aufhalte, der erst einmal nichts mit natürlichen Sprachen zu tun hat.
Selbst wenn man die offensichtlich gefährlichen Stellen aktiv meidet kann man doch plötzlich übelst überfallen werden, zum Beispiel wenn man auf die U-Bahn wartet und, ganz in Gedanken, einen unbedachten Blick auf eine der wandmontierten Video-Wände wirft. Zu spät, vorbei, da isse nun, die neuste Nichtnachricht mit deprimierenden Details aus dem Folterkeller des perfiden Monsterrentners, glücklicherweise nicht im entchristlichen und verrohten roten Osten, nein, in Österreich; das erspart uns auch die unangenehm aufgebauschte Folgediskussion, wenn irgendsoein Hinterbänkler sich verkommentiert hat.
Aber seien wir doch mal ehrlich, schon nach wenigen Tagen hatte sich der Schockwert dieser Sache aufgebraucht, und bis auf weiteres gibt’s da doch nix neues mehr zu begaffen (bei Language Log gibt’s übrigens einen linguistischen Kommentar zu der Angelegenheit — Language Log ist sowieso besser als alle U-Bahn-Info-Wände und die Blogger-Bild zusammen, und das is’ nich’ einfach nur Zeug über unendliche Büffelhorden oder Hans, die Kinder und das Haus). Jedenfalls, irgendwann wird’s Zeit für andere schlimme Dinge, hoffentlich bei weitem nicht so schlimm, aber dafür halt was anderes.
Zum Beispiel die Geschichte von Manuel ‘‘Insane’‘ Balbin aus Miami, der das gar nicht leiden kann, wenn man ihn disrespected und seine PS2 klaut; er bestrafte den mutmaßlichen Übeltäter unter anderem folgendermaßen
Shot the teen, then 17, three times with a stolen pink-painted rifle, dressed him in a tube top and forced him to steal beer from a convenience storeIn meiner (narrativ, nicht moralisch) perfekten Welt hätte das Gewehr noch einen Hello Kitty-Aufkleber und giftgasgrüne Munition gehabt, denn dann tut sowas besonders weh (dem Stolz, dem Farbsinn, bzw). Oh, und das ganze nahm auch noch eine Wendung (mit Chips), (via Obscure Store).
Oder aber, denn Tierschicksale gehen auch immer, der grausame Headbang-Tod einer Delphinin, der es im Sommer gewiss auch hierzulande in die Nachrichten geschafft hätte und der so entsetzlich doof ist, dass der Untertitelschreiber von metro.co.uk sich (pietätsgefüllt) zurückhielt (anders als, zum Beispiel, dort).
Diese und viele andere Nachrichten entgehen dem unmündigen Konsumenten, der sich, obschon internetprivilegiert, bestenfalls bei Blogger-Bild und BILDblog bildet, bei blubbernden Bündlern bunten Blödsinns, breit bebrillter Betrachter… und so weiter, das muss man jetzt nicht vertiefen, und überhaupt, alberne Alliterationen.
Übrigens, mal wieder ernst, da capo, apropos — U-Bahn. Wenn man in einer solch bedeutsamen Stadt wie Frankfurt wohnt muss man stets damit rechnen, wahrer Größe und Wichtigkeit zu begegnen. Zum Beispiel hat sogar die Haltestelle an der Uni einen eigenen Wikipedia-Eintrag mit tollen Geschichten zu unterirdischen Lagerräumen und weiteren wichtigen Informationen, so wichtig ist die. In und um Lautern gibt’s das nicht, nicht mal das Denkmal in Mölschbach hat einen Eintrag, ja!
Jedenfalls, dort kann man auch erfahren, dass die verbeulten Spiegel an der Wand einen “Eindruck von Unendlichkeit bewirken” sollen (ohne Quelle, ha!), ein wichtiger Deutungshinweis, denn bei mir Banausen bewirkten sie vor allem einen Eindruck von verbeulten Spiegeln, unterschattet von einer subtilen Mahnung, beim Sitzen auf der Wartebank nicht die Notebooktasche in meinen Schoß zu legen, weil das doch zu sehr an Forrest Gump erinnert. Doch meistens sitze ich sowieso nicht, denn das lohnt nur, wenn ich nach 21.00 meine Linie knapp verpasse und dann noch wegen Regen nicht die andere Linie nehmen will oder kann. Nur in diesem Fall muss ich ganze 20 Minuten warten, ansonsten sind es meist nicht mehr als fünf. Das wollte ich schon lange mal verbloggen!
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Comments
Sat, 06.09.2008 10:26
Und deswegen, Günther, wirst Du nie ein Rap-Ex-Superstar werden können! Aber wir haben ja eh schon festgelegt, was für [...]
Sat, 06.09.2008 10:24
Wer Millionen von jugendlichen Fans mobilisieren kann schert sich nicht darum, ob es nun der, die oder das Blog, Vlog [...]
Sat, 06.09.2008 10:19
Ich erwarte inzwischen auch von Entertainern tiefgründigere Betrachtungen. Spätestens seit Paris Hiltons Energiepolitik [...]
Sat, 06.09.2008 10:19
Abgesehen davon, dass das im Prinzip stimmt: Tornado, nicht Eurofighter. Der Eurofighter ist eigentlich für alles zu [...]
Wed, 03.09.2008 19:19
Alaska? C’mon… Und warum hat dem guten Sean niemand gesagt, daß er eigentlich ein Vlog führt? Zeit für nerd rage.