Na, da war mein letzter Eintrag doch glatt ein wenig kryptischer als gewollt, denn anders, als meine Erinnerung mir suggerierte, hatte ich das Beispiel für die Nichtkontextfreiheit von Schwyzerdütsch in meinem Eintrag damals nicht explizit erwähnt; Hans, die Kinder und das Haus finden sich also erst in dem verlinkten pdf, versteckt zwischen Turingmaschinen und Linguistenkram. Klar, liest ja keiner, und weniger cool als die Büffel isses auch, da kann man ja nur verwirrt sein, und die schweigenden Massen verwirren, nein, das will ich nicht.
Deswegen, ganz kurz zusammengefasst (und bestimmt mach ich da was falsch, aber das tun so viele, und wichtig ist’s ja nicht), aber wirklich ganz kurz zusammengefasst geht angeblich in einem Dialekt von Schwyzerdütsch das folgende:
Wir beginnen mit:
Jan säit das mer d’chind em Hans es huus lönd hälfe aastriiche, auf Deutsch:
Jan sagt, dass wir die Kinder Hans helfen lassen, das Haus anzustreichen, oder ein wenig umformuliert:
Jan sagt, dass wir wollen, dass die Kinder Hans helfen, das Haus anzustreichen.
Dies lässt sich, wir kennen das von den Büffeln, angeblich erweitern zu:
Jan säit das mer d’chind d’chind em Hans em Hans es huus laa laa hälfe hälfe aastriiche.
Jan sagt, dass wir wollen, dass die Kinder(1) Hans (1) und die Kinder (2) Hans (2) helfen, das Haus anzustreichen.
Das lässt sich fortsetzen, zu beliebig vielen Kindern und Hansen, und ist eines dieser Beispiele für unpraktische Querbeziehung (je nach Quelle ambmcmdm, ambncmdn oder doch nur ww, da will ich mich nicht festlegen) in natürlichen Sprachen, die man als theoretischer Informatiker oder mathematischer Linguist gut benutzen kann, um mal wieder einen weiteren Formalismus zu motivieren. Linguisten und Computerlinguisten verwenden die Mechanismen dann auch, manche, gelegentlich, doch, wirklich.
Ein weiteres Bespiel, dem man sich in diesen Kreisen kaum entziehen kann, sind die Teleskopmehrdeutigkeiten, wie in “I saw a bird with a telescope” versus “I saw a spy with a telescope”, wo man sich gleich schämt, wenn man beide Sätze für mehrdeutig hält und, anders als vom Beispielgebenden intendiert, nur den zweiten. Irgendwo in meinen Unterlagen habe ich noch eine Zeichnung von meinem Teleskopvogel, sogar ein wenig hübscher als die StuPa-Katze, damals.
Leider gibt es nicht allzu viele verschiedene von diesen Beispielen, so dass man ihnen recht schnell in einschlägigen Vorlesungen und Vorträgen wieder und wieder begegnet. Manch schwachem Geist ist dies zu viel, und gelegentlich hält einer dem Druck nicht stand und rennt, vom Wahnsinn gezeichnet, brüllend in die Wildnis. Hans! Die Kinder! Das Haus! Teleskopvogel! Büffel, Büffel! BÜFFEL!
Und auch darum bin ich des öfteren doch recht froh, dass ich mich wissenschaftlich vor allem in dem Teil der formalen Sprachen aufhalte, der erst einmal nichts mit natürlichen Sprachen zu tun hat.
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Comments
Sat, 06.09.2008 10:26
Und deswegen, Günther, wirst Du nie ein Rap-Ex-Superstar werden können! Aber wir haben ja eh schon festgelegt, was für [...]
Sat, 06.09.2008 10:24
Wer Millionen von jugendlichen Fans mobilisieren kann schert sich nicht darum, ob es nun der, die oder das Blog, Vlog [...]
Sat, 06.09.2008 10:19
Ich erwarte inzwischen auch von Entertainern tiefgründigere Betrachtungen. Spätestens seit Paris Hiltons Energiepolitik [...]
Sat, 06.09.2008 10:19
Abgesehen davon, dass das im Prinzip stimmt: Tornado, nicht Eurofighter. Der Eurofighter ist eigentlich für alles zu [...]
Wed, 03.09.2008 19:19
Alaska? C’mon… Und warum hat dem guten Sean niemand gesagt, daß er eigentlich ein Vlog führt? Zeit für nerd rage.