Es gibt seit Jahren einen Shaolin-Tempel in Kaiserslautern, und ich erfahre das aus der FAZ:
Mönche mit kahlrasiertem Kopf und in traditioneller Robe, nein, die vermutet man nun wirklich nicht in dem alten Haus an einer vielbefahrenen Straße mitten in Kaiserslautern.Da bin ich doch glatt sprachlos. Warum hat mir das keiner erzählt? In Kaiserslautern – Shaolin. Wirr. Aber wenigstens wusste ich, dass es dort Freimaurer und mindestens einen Hexenzirkel gibt. Das ist ja auch schon was.
Als Mitglied der Gesellschaft für Informatik erhält man wöchentlich die allseits beliebte Computerzeitung, die (soweit ich das bisher mitbekommen habe) bei fast allen umgehend ungelesen in den Müll wandert. Doch manchmal ist das ein Fehler, denn so verpasst man durchaus wichtige Informationen, wie zum Beispiel die folgende Schlagzeile:
IT-Experten brauchen Informatik-Fachkenntnisse
Bin zwar beschäftigt, aber das hier muss mitgeteilt werden: In Japan gibt es nun ein Aal-Getränk!
The canned drink called “Unagi Nobori,” or “Surging Eel,” made by Japan Tobacco Inc., hit the nation’s stores this month just ahead of Japan’s annual eel-eating season, company spokesman Kazunori Hayashi said Monday. [..] The fizzy, yellow-colored drink contains extracts from the head and bones of eel and five vitamins – A, B1, B2, D and E – contained in the fish. (mehr)Na, da wollen wir doch hoffen, dass der bis September nicht ausverkauft ist, was? Und dass der Koffein enthält, damit sich das richtig lohnt.
Solche Dinge sind ein Grund, nicht nur mit Handgepäck zu reisen, da die unterdrückerischen Sicherheitsbestimmungen der postneunhundertelfischen Welt die Mitnahme von Getränken unnötig erschweren, nicht insbesondere und auch nicht nur, doch auch, wenn diese Aal enthalten. “Leute, ich bin zurück, und ich bringe Euch AAL! Aal-Cola, nicht Alkohol, aloha!”
Interessant ist auch, dass der Artikel kurz auf die Japan erschütternden Fälle von Aalbetrug eingeht, in denen minderwertiger ausländischer Aal als echte Markenware umdeklariert wurde. Das war, manch einer sah sich so kurz vor Ende dieses Eintrags schon gerettet, wohl ein echter Skandaal.
Diese Uni hier ist schon komisch, und ich meine hier nicht mal aktuelle Ereignisse, sondern die kuriose Tatsache, dass auf unseren offiziellen Umlaufmappen für die Hauspost gleich drei Eventmanagement-Agenturen für sich werben.
Neulich habe ich (apropos), das muss ich hier schon mal erwähnen, den Arbeitgeber gewechselt. Seit einiger Zeit arbeite ich nicht mehr an der Johann Wolfgang Goethe-Universität, sondern an der Goethe-Universität, jawoll! Da ich hier auch als Promotionsstudent eingeschrieben bin, habe ich also bereites an fünf verschiedenen Universitäten studiert, nämlich an den beiden eben genannten, der URV Tarragona, der TU Kaiserslautern und der Uni Kaiserslautern. Oh, Umbenennungswahn!
Womit, panta rhei, wir bei dem unangenehmen Thema sind, dass ich vor kurzem zum zweiten Mal die Schließung eines Mensa-Saals erleben musste. Anders als damals in Kaiserslautern bekommen wir dafür keine Freeflow-Ausgabe, keinen Wok und keinen Grill, aber vielleicht irgendwann ein Museum und andere neue Gebäude (was ich aber wahrscheinlich nicht erleben werden, denn mein Büro wird wohl Wohnungen weichen, und außerdem dauert sowas immer ewig). Nein, schlimmer noch, gerade den Grill und den Wok haben sie uns genommen.
Das ist das schreckliche Schicksal derer, die auf einem sterbenden Campus in verfallenden Häusern auf den Bau ihrer neuen Wirkstätte am Rande der Stadt warten — ohne Grill, ohne Wok, ohne gelben Saal.
Apple bietet ja nun seit etwa einer Woche endlich die Möglichkeit, Programme auf den iPod touch (bzw. das iPhone) zu laden, und schon gibt es die erste Datenschutzaffäre. Eines der wenigen erträglichen kostenlosen Spiele ist Aurora Feint, ein Verwandter von Crack Attack mit (in der aktuellen Version verbuggten) Rollenspielelementen und dazugehörender Community.
Meldet man sich bei eben dieser an (was man tun sollte, da das die einzige Art ist, absturzsicher den Fortschritt in diesem verbuggten Spiel zu speichern), so versucht das Programm, bereits angemeldete Bekannte aufzuspüren — indem es den Inhalt des Adressbuchs an den Server schickt und dort die Mailadressen und Telefonnummern auswertet.
Argh.
Besonders pikant ist hier also, dass man hier nicht seine eigenen Daten verschenkt (Deine Daten, Deine Entscheidung), sondern die aller Bekannten, und man wird nicht einmal gefragt oder informiert.
Nun glaube ich den Entwicklern sogar, dass sie nicht in böser Absicht gehandelt haben und die Daten nicht speichern. Momentan hat Aurora Feint aber noch das Potential, eines der beliebtesten iPhone-Spiele zu werden und eine große Community aufzubauen. Der nächste Schritt wäre dann der Einstieg von Investoren, und spätestens dann wird das düster.
Ich finde es zutiefst bedenklich, dass es so einfach ist, ganze Adressbücher zu verschicken. Im Endeffekt werde ich wohl doch den iPod jailbraken und auf Open Source umsteigen — aber das hilft natürlich nichts gegensorglose Bekannte. Andererseits muss ich natürlich zugeben, dass Datamining auf einer Sammlung von Adressbüchern (und Anruflisten, vielleicht auch Mails?) herrlich aufschlussreich sein dürfte. Unethisch, aber sehr interessant. So oder so, die Situation ist düster, und mit der wachsenden Rechenkraft und Verbreitung der Telefone wird sie düsterer und düsterer.
Inzwischen hat Apple übrigens die aktuelle Version aus dem App-Store entfernt, und die Entwickler versprechen, dass die neue Version (die seit bald einer Woche von Apple begutachtet wird) nicht nur stabiler läuft, sondern auch das Adressbuch verschlüsselt überträgt. Über das prinzipielle Problem denken sie noch nach.
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Comments
Fri, 19.12.2008 11:02
Ich bin schon bald eine Woche lang wieder da, hatte und habe aber viel zu tun.
Wed, 17.12.2008 09:47
Dafür haben wir hier britische Suppe. Wann kommst du wieder?
Tue, 16.12.2008 09:20
Ich weiß leider nicht im Detail, wie eine solche Regel arbeiten soll (und gerade keine Zeit, um nachzulesen). Aber wie [...]
Mon, 08.12.2008 00:30
Was nicht viel nutzt, denn ich bin eh viel drinnen, aber nett ist das trotzdem.
Sun, 07.12.2008 23:27
Oh, auch gut. Halte ihn in Ehren und behandle ihn gut! Er hat eine gewisse Vorgeschichte, denn vor mir gehörte er einem, [...]