Heute, werte schweigende Massen, heute beginnt das Jahr der Mathematik, Folgejahr des Jahre der Geisteswissenschaften und (ein Schritt weiter zurück gedacht) des der Informatik. Anstatt hämisch zu triumphieren, dass Mathematik und Informatik beide in etwa so sehr ein eigenes Jahr verdienen wie alle Geisteswissenschaften zusammen (dafür soll uns ein kurzes Hähähä! genügen) will ich lieber die Chance eines weiteren Jahresanfangs nutzen und meine Vorsätze für das neue Jahr der ganzen Welt mitteilen.
Nun, vielleicht nicht der ganzen Welt, zumindest all meinen Lesern. Das mögen zwar zur Zeit nicht allzu viele sein, da aber all meine Texte (und auch Eure Kommentare) hier allabendlich von einem in meinem Keller lebenden dressierten Affen namens Lord Snuffels McMonkeypants in Stein gemeisselt und an einen sicheren Ort transportiert werden ist davon auszugehen, dass diese auch einen Atomkrieg und Papier fressende Mikroben überdauern und so zukünftigen Generationen zur Verfügung stehen werden. Denn wenn man nur noch ein paar Denkmäler und Keilschrift als Lektüre hat, dann, ja dann freut man sich richtig über welle::erd.ferkel, selbst wenn dann nicht mal mehr die kleinste Chance besteht, all die obskuren Anspielungen zu verstehen — ein Schicksal, dass dieses Werk mit einem anderen teilen wird, das gewiss auch irgendwo in Stein geschlagen wurde.
Zwei Prämissen leiteten mich bei der Formulierung meiner Vorsätze. Die erste ist offensichtlich und selbstevident, denn inzwischen hat wohl jeder eingesehen, dass man echtes Glück und wahre Zufriedenheit in dieser Gesellschaft nur durch Konsum erlangen kann. Darüber muss man nicht diskutieren, wer das nicht einsehen will sollte besser in einer Höhle im Wald leben und Kakerlaken oder Eichhörnchen dressieren, verdammte Kommunisten! Andererseits, und das ist zwar nicht ganz so offensichtlich, aber jeder klar, die via Flugzeug umzog (was jeder mal ausprobiert haben sollte), andererseits ist materieller Besitz oft reichlich unpraktisch und eine Belastung.
Aus der zweiten leitet sich mein erster Vorsatz ab, nämlich weniger nutzlosen Krempel zu kaufen, wodurch die erste mir für meinen zweiten Vorsatz nur noch zwei Möglichkeiten lässt, nämlich mehr zu essen oder mehr zu verreisen. Die letzten Jahre tendierte ich eher zum Essen, doch dieses Jahr will ich es mal mit den Reisen versuchen. Da Konsequenz jedoch eine Tugend der Kleingeister und Bürokratenseelen ist und die Hölle Treppenstufen braucht will ich das mal nicht so eng sehen und auch die anderen Konsummöglichkeiten nicht ganz ausschließen — schließlich ist zum Beispiel gerade bei McDonald’s BigRösti-Zeit, und wenn gegen Ende des Jahres genug gespart aber nicht genug konsumiert wurde, so kaufte ich mir auch gerne ein EWI, wahrscheinlich das von Akai. Denn Musik ist toll, und mein Saxophon des Nachts nicht nachbarnkompatibel.
Also, zusammengefasst, mehr verreisen und weniger Krempel kaufen. Kann man so lassen.
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