Dieser Eintrag ist zwar vor allem als Notiz an mich selbst gedacht, dürfte aber gewiss auch manche Teile der schweigenden Massen inspirieren. Denn auch wenn es nicht jeden ansprechen dürfte, so gibt es doch eine gewisse Zielgruppe mit einem Sinn für eine Kombination von…
Erstes Rezept dort, Ergänzungen dort — mal sehen, wann ich Zeit und Muse finde.
Danke, AskMetaFilter (dort findet sich noch mehr).
Bei der Gelegenheit wies mich mein Vater auf ein Rezept aus einem Westernkochbuch hin, das er so widerlich fand, dass er es niemals ausprobieren wird, und ich hoffe, dass ich mir das richtig gemerkt habe: Man nehme einige Streifen Bacon und brate diese gründlich durch. Danach kippt man ziemlich starken Kaffee in die Pfanne und kocht, bis der Kaffee vollkommen aufgekocht wurde. Kaffee und Bacon, welch kuriose Kombination!
#1 - Jürgen 2008-04-05 16:18 - (Reply)
Natürlich will ich weder selbst dumm sterben noch jemand anderen dumm sterben lassen. Also musste ich dieses "Westernrezept" unbedingt ausprobieren…
Wie soll ich sagen? "Sinnlos" triffts glaube ich ganz gut. Während des Kochens riecht es in der Küche etwas ungemütlich (verdampfender Kaffee passt halt doch besser in die weiten Ebenen von New Mexico oder New Hampshire, je nachdem, wo die Autoren solcher Bücher sitzen). Der Bacon nimmt natürlich die Farbe des Kaffees an und wird relativ gleichförmig dunkelrotbraun.
Tja, und wie schmeckt das ganze dann? Schwer zu beschreiben. Wie Bacon, der ein bisschen zu lang in zu altem Fett gebraten wurde. Wie Bacon mit ich-will-rauchig-sein-Sauce vom Schnellimbiss. Jedenfalls sehr intensiv und nicht nach Kaffee wie wir ihn kennen.
Ich frage mich halt nur, warum man sich diesen Stress machen sollte, statt einfach Bacon zu essen und Kaffee dazu zu trinken. Wenn man ein Gericht hat, das so intensiv nach Bohnen, Pferd, Rind, Leder und Männerschweiß schmeckt, dass Baconstreifen im Vergleich dazu fad wirken, ist das vielleicht ein brauchbares Tuning. Aber dann kann man den Geschmack der ganzen Mahlzeit eher verbessern, indem man sie vor dem Verzehr durch ein Steak ersetzt…
Ach ja: Ich habe mal Fotos gemacht; hat Kalle noch die dazu passende Webseite?
#1.1 - Erdferkel said:
2008-04-07 10:31 - (Reply)
Jürgen, Du bist ein echter Held, und das meine ich wirklich ehrlich. Vielleicht ist das einfach nur ein Cowboy-Rezept zur Verwertung des übrgiggebliebenen Kaffees vom Morgen, der in Cowboy-Thermoskann den ganzen Tag über spazieren geritten wurde, untrinkbar, aber doch zu wertvoll zum Weggießen? Wenn man aber bedenkt, wie Cowboys ihren Kaffee machen (auf jeden Fall widerlich, wenn ich mich recht erinnere, wird der gemahlene Kaffee in heißem Wasser gekocht und dann mit einem Ei gebunden), vielleicht, wer weiß.
Jedenfalls gebührt Dir mein Dank.
Kalles Seite ist leider auf ewig verschollen; nur das Bild des Mensaburgers lebt in den Tiefen dieses Blogs hier weiter. Doch Jürgen, wäre das nicht ein Thema für dein eigenes Blog? Überhaupt sollte mal jemand eine Eklig-essen-Gruppen-Blog machen, das wäre cool. Wie wär’s, wir tun uns zusammen und jeder schreibt alle zwei Wochen oder so einen Eintrag zu ekligem Essen? ;-) Selbst wenn wir keine Mitstreiter finden hätten wir so einen Eintrag pro Woche, das ist doch schonmal was.
#1.2 - Freddy said:
2008-04-10 09:50 - (Reply)
Unbeeindruckt von Jürgens Verriss habe ich mich auch an den Kaffee-Bacon gewagt, allerdings leicht modifiziert:
Statt Bacon-Streifen gab es deutsche Speckwürfel, und ich habe die Einkoch-Prozedur mit dem Kaffee zwei mal wiederholt, da die momentanen MAW-genossen ziehmliche Kaffeebanausen sind und widerlich dünne Bodenseh-Plörre trinken.
Aber: wer wagt gewinnt! Den dampfenden Kaffeegeruch und die Farbe hat Jürgen passend beschrieben, doch beim Geschmack muss ich entschieden widersprechen: Der Speck gewinnt an rauchig-röstigen Aromen, die fast an Echtholzgrillen erinnern, und im Nachgeschmack schmeckt man dann sanft aber bestimmt den Kaffee.
Woher der altes-Fett-Geschmack kommen soll ist mir ein Rätsel, war vielleicht der Bacon nicht mehr ganz jung?
Um die Nahrungsaufnahme nicht nur aus Fett und Fleisch bestehen zu lassen wanderten die nach dem ersten verkosten übrigen Würfel über einen Champignon-Feldsalat mit Dziran-Soße. Und Oh!, welch deliziöse Kombination der rauchigen Speckkomponenten mit der süßlichen Soße!
#2 - Jürgen 2008-04-07 20:11 - (Reply)
Hm, weißt du, das Problem bei meinem Verhältnis zu Essen ist: Ich kann gut leckere Sachen essen. Das war’s im wesentlichen. Kochen so lala, Fotografieren ein bisschen besser, aber noch lang nicht gut.
Also eklig /essen/ geht mal gar nicht. Ekliges Essen fotografieren wäre ok, aber leckeres Essen fotografieren (und dann essen) wäre natürlich besser. Aber dann jagen einen ja die Abmahngeier. Seufz. Man hats nicht leicht.
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