Berlin ist schon irgendwie scheißgroß, man kann da Tee mit Tapioka-Kugeln drin kaufen, und wenn man weiß, wie es geht, dann ist das Binden von Krawatten kein Problem und das Tragen der selben recht cool. Der Freddy wird wahrscheinlich noch mehr davon überzeugt sein, dass ich nun “einer von denen bin”, aber es würde mir nichts ausmachen, wenn ich in meinem Job täglich Anzüge tragen könnte, ohne ausgelacht zu werden. Wenn man sie erst mal hat, dann sind Anzüge manchmal doch überraschend nett.
Und auch wenn man nach dem Einsteigen denkt, dass ein Trabant und ein Fiat Panda viele Gemeinsamkeiten haben, so wird man doch nach dem Anlassen eines Besseren belehrt. Da war der Panda als erstes Auto dann doch eine bessere Wahl.
Apropos, Krawattenknoten, bzw, eher dal Segno als apropos, jedenfalls, der Onassis is’ ja wohl nix anderes als ein deutliches Statement, dass man keinen Bock hat, einen richtigen Knoten zu binden, in etwa sowas wie Gedichte ohne Reime oder Vasarely oder so Zeug. Hilft es eigentlich beim Krawattenbinden, wenn man Knotenkenntnisse hat, so z.B. als Pfadfinder oder Segler oder Bondage-Typie oder so?
Soviel nun zur ersten von uns besuchten Hochzeit des Jahres, alles weitere gehört in den zweiten Kreis der Vertraulichkeit und soll nur außerhalb des Internet besprochen werden. Die Auflösung der Saga von Hans, den Kindern und dem Haus erfolgt übrigens noch diese Woche! Versprochen ist versprochen und wird auch nicht gebrochen.
#1 - Holger said:
2008-07-24 09:17 - (Reply)
Anzüge sind tatsächlich erschreckend nett – wenn man sie denn erst einmal hat. Den Zusatz finde ich besonders witzig, denn so ähnlich ging es mir auch. Eigentlich fand und finde ich Anzüge recht blöd. Aber sie sind doch recht einfach einzukaufen und man macht schon etwas her im Anzug.
Nur mit Krawatten konnte ich mich bisher noch nie wirklich anfreunden. Ich glaube, da bin ich eher der Fliegen-Mensch (nicht zu verwechseln mit Ameisen-Man). Krawatten-Knoten sind einfach bösartig und gehören in die Kategorie "Sachen, die die Welt nicht braucht."
Das einzig Schlimme an Anzügen ist daS Gelächter, das man erntet, wenn die Leute einen plötzlich dann im Anzug sehen – meist dann eben Leute, die selbst nie Anzüge tragen wollen oder meist eher müssen. Die gehören dann meist zur "Studenten-Fraktion", wie ich das Gefühl habe, und da kann man dann doch ganz gut kontern. Wobei Studenten im Anzug tatsächlich gruselig sind … besonders gruselig, wenn das auch noch in Vorlesungen oder Seminaren ist … meist BWLer oder Juristen oder so. Uuuuuh – gruselig! Lieber gar nicht weiter drüber nachdenken, sonst kriege ich Albträume.
#2 - Erdferkel said:
2008-07-24 09:24 - (Reply)
Hah, zu den Krawattenknoten habe ich für Samstag einen Eintrag geplant! Auch ich fand die immer schrecklich kompliziert und mysteriös, aber durch zwei einfache Tricks habe ich sie gemeistert, so dass am Samstag sogar erfahrene Krawattenknotenbinder mir nicht glauben wollten, dass ich diese Kunst gerade erst neu erlernt habe. ("Wenn Sie jetzt sofort bestellen, schenke ich Ihnen noch diese tolle Seidenkrawatte und…")
Mit dem Gelächter — ich finde, dass Jazz Hands helfen. Macht man einmal, im Anzug, dann sind die anderen verwirrt und finden danach den Anzug nicht mehr albern und lachen einen nicht mehr aus (außer im Schwimmbad, oder beim Bergsteigen oder so, da sind Anzüge albern).
Ja, echt, Anzüge. Hier in Frankfurt ist die Anzugquote in der Mensa erschreckend hoch, und das ist schon wirklich sehr, sehr unheimlich. Aber das passt auch, wenn man bedenkt, wer hier Honorarprofessor werden kann…
#2.1 - Holger said:
2008-07-24 09:46 - (Reply)
Größter Vorteil von Anzügen habe ich übrigens ganz vergessen und kam ich eben wegen den Jazz-Hands drauf: Die Hosen. In keine Jeans-Hostentasche kann man so lässig und elegant seine Hand ablegen. Ja, zugegeben, so Stoffhosen kann man auch ohne Anzug anziehen, aber dann ist die Haltung nur halb so cool.
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