Hierzulande befasst sich die aktuelle Seuchendiskussion (ich berichtete) derzeit ja vor allem mit den gefühlten Vor- und Nachteilen des Volksimpfstoffs. Wie so oft sind viele der üblichen Äußerungen beider Seiten auf einem beklagenswerten Niveau, das der Sache keineswegs gerecht wird, was besonders betrübt, da es wirklich durchaus diskutierenswerte Argumente für und wider diese Impfung gibt.
Ungeachtet der Tatsache, dass Leute, die Impfungen an sich prinzipiell ablehnen, im Allgemeinen verwirrt1 oder egoistisch sind, unabhängig davon, dass ich derzeit tatsächlich dazu tendiere, mich diesmal nicht impfen zu lassen, möchte ich doch einen kuriosen viel zu oft wiederholten Punkt ansprechen: Die Quecksilberbehautpung.
Ein repräsentatives, gar archetypisches, Beispiel, das als letzter Tropfen diesen Eintrag ausgelöst hat, ist der folgende Ausschnitt aus einem Blog-Eintrag (via Orkpiraten):
Pandemrix (der Impfstopff für das einfache Volk, WIR!!!) enthält Quecksilber, so wie die meisten anderen Impfstoffe auch. Quecksilber, das ist der Stoff, der auch in Thermometern drin ist. Diese Thermometer wurden für den häuslichen Gebrauch verboten, weil Quecksilber toxisch ist.
Apropos, es kommt noch schlimmer — Wasser enthält Wasserstoff und Sauerstoff, zwei Stoffe, die zusammen eine hochexplosive Mischung bilden! Dies war zum Beispiel für die Hindenburg-Katastrophe verantwortlich und führte dazu, dass Luftschiffe nicht mehr mit Wasserstoff befüllt werden dürfen.
Ich würde mich ja gerne noch weiter zu diesen schrecklichen Erkenntnissen äußeren, aber ich habe den schrecklichen Verdacht, dass in meinem Magen Salzsäure ist, die bekanntermaßen die schrecklichsten Bestandteile von Wasser und Salz kombiniert.
1 Also sehr ängstlich, oder in der Gesellschaft von Kreationisten, Kreisquadrierern, Relativitätstheoriehassern, Flachweltlern, Holocaustleugnern, Klimawandelzweiflern, Chemtrailern und 911Truthern.
#1 - Erdferkel said:
2009-11-04 21:14 - (Reply)
In before Dihydrogen Monoxide, und insbesondere in before Penn & Teller.
#2 - Maggus 2009-11-05 23:29 - (Reply)
Ich stand dem Schweinegrippe Impfstoff ja auch schon immer skeptisch gegenüber, aber dass da jetzt auch noch Gift drin ist finde ich ja schon ein bisschen krass. Ich muss mich mal erkundigen, wie das hier in England (Swine Flu Homeland!!) gehandhabt wird. Bei der Einführungsveranstaltung für die Research Students gab es zwar eine kleine Information bezueglich Swine Flu bei der uns, vor allem den International Students, geraten wurde uns doch möglichst bald ein bis zwei "Flu Friends" zu suchen. Aufgabe dieser Flu Friends soll es dann sein, mich im Krankheitsfall mit den nötigsten Dingen zu versorgen. Ob das knüpfen sozialer Kontakte in einem fremden Land wohl leichter ist, wenn man früher oder später damit rausrückt, dass man eigentlich jemanden braucht der in seine Swine Flu verseuchte Bude kommt um die offenen, eiternden Pestbeulen (die man da bekommt) neu zu verbinden und die Bettpfanne zu leeren?? Man wird sehen.
#2.1 - Erdferkel said:
2009-11-06 08:49 - (Reply)
Das ist ein kurioser Bericht. Ist ein "Flu Friend" tiefer oder weniger tief mit einem befreundet als ein "Facebook Friend"? "Willst Du mein Grippefreund sein? Ja/Nein/Vielleicht" ?
Und müssen freundelose Kranke einen Lieferdienst beauftragen; furchtlose Söldner, die sich der Seuche aussetzen?
Ich würde gerne weiter darüber nachdenken, aber ich muss ins Krankenhaus. Ich habe nämlich eben Stickstoff eingeatmet, und das kann nicht gesund sein.
#2.1.1 - Maggus 2009-11-06 13:45 - (Reply)
Anzumerken bei der Sache mit den Flu Friends ist auch Folgendes: Alle neuartigen Arten der Freundschaft (Chat-Freund, Blog-Freund, Facebook-Freund, usw.) zeichnen sich durch oertliche Ferne und die Vermittlung durch tote Maschinerie (Computer, Internets) aus. Somit werden diese Arten der Freundschaft voellig zurecht als oberflaechlich, gefuehlskalt und schliesslich sozial entartet kritisiert. Demgegenueber steht der Flu Friend, mit dem man einen sehr direkten, unmittelbaren und fast schon intimen Kontakt (Pestbeulen, Eiter) pflegt. Und die "Gegenseitig-Helfen" Komponente spielt eine wichtige Rolle. Und dennoch ist es nur eine Zweckfreundschaft.
#3 - dlg 2009-11-09 19:54 - (Reply)
Ich wuerde mich ja impfen lassen, aber die Schlangen waren mir zu lang, und es war nur ein Tag in Stanford, wo man einfach hingehen konnte. Jetzt ist der Impfstoff knapp und es gibt ihn nur noch fuer Gefaehrder.
Und nein, gute Argumente gegen eine Impfung gibt es recht wenige. Ich halte es ja fuer fahrlaessig, sich nicht impfen zu lassen, es ist ungefaehr so wie Autofahren ohne Bremsen (weil die enthalten Eisen, das ist auch in Kanonenrohren drin, und ich bin Pazifist).
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