Als Mitglied der Gesellschaft für Informatik erhält man wöchentlich die allseits beliebte Computerzeitung, die (soweit ich das bisher mitbekommen habe) bei fast allen umgehend ungelesen in den Müll wandert. Doch manchmal ist das ein Fehler, denn so verpasst man durchaus wichtige Informationen, wie zum Beispiel die folgende Schlagzeile:
IT-Experten brauchen Informatik-Fachkenntnisse
In meinem letzten Eintrag erwähnte ich nebenbei, dass ich einen “hochzeitstauglichen repräsentablen Anzug” suche. Kurioserweise wurde diese beiläufige Bemerkung auf überaus putzige Art missinterpretiert.
Ich möchte in dieser Angelegenheit nur anmerken (denn Dementi sind ja leider bekanntermaßen Bestätigungen), dass ich bei einer etwaigen eigenen Hochzeit mich mit einem solchen nicht begnügen, sondern mindestes einen hochzeitstauglichen umwerfend — doch klassisch — eleganten Anzug tragen wollen würde, und daher vor meiner Verwendung als Bräutigam ausreichend Vorlauf benötige. Ausgehend von der Zeit, die wir auf diesen Anzug verwendeten, wahrscheinlich Jahre.
Ich hoffe jedoch, dass die in den besorgten Nachfragen enthaltene Sorge echtem Mitgefühl entsprang (wobei ich mir in diesem Fall ob der unterstellten Heiratsuntauglichkeit mindestens einer der beiden betroffenen Parteien vorbehalte, ein wenig indigniert zu sein) und nicht nur einer schäbigen Angst, keine Einladung erhalten zu haben. Dann nämlich behalte ich mir vor, die betreffenden Personen bei einer eventuell stattfindenden Unterwasserhochzeit im Taucheranzug außerhalb der U-Boot-Yacht warten zu lassen, denn Strafe muss sein.
Nun zurück zu wichtigeren Dingen.
Na, da war mein letzter Eintrag doch glatt ein wenig kryptischer als gewollt, denn anders, als meine Erinnerung mir suggerierte, hatte ich das Beispiel für die Nichtkontextfreiheit von Schwyzerdütsch in meinem Eintrag damals nicht explizit erwähnt; Hans, die Kinder und das Haus finden sich also erst in dem verlinkten pdf, versteckt zwischen Turingmaschinen und Linguistenkram. Klar, liest ja keiner, und weniger cool als die Büffel isses auch, da kann man ja nur verwirrt sein, und die schweigenden Massen verwirren, nein, das will ich nicht.
Deswegen, ganz kurz zusammengefasst (und bestimmt mach ich da was falsch, aber das tun so viele, und wichtig ist’s ja nicht), aber wirklich ganz kurz zusammengefasst geht angeblich in einem Dialekt von Schwyzerdütsch das folgende:
Wir beginnen mit:
Jan säit das mer d’chind em Hans es huus lönd hälfe aastriiche, auf Deutsch:
Jan sagt, dass wir die Kinder Hans helfen lassen, das Haus anzustreichen, oder ein wenig umformuliert:
Jan sagt, dass wir wollen, dass die Kinder Hans helfen, das Haus anzustreichen.
Dies lässt sich, wir kennen das von den Büffeln, angeblich erweitern zu:
Jan säit das mer d’chind d’chind em Hans em Hans es huus laa laa hälfe hälfe aastriiche.
Jan sagt, dass wir wollen, dass die Kinder(1) Hans (1) und die Kinder (2) Hans (2) helfen, das Haus anzustreichen.
Das lässt sich fortsetzen, zu beliebig vielen Kindern und Hansen, und ist eines dieser Beispiele für unpraktische Querbeziehung (je nach Quelle ambmcmdm, ambncmdn oder doch nur ww, da will ich mich nicht festlegen) in natürlichen Sprachen, die man als theoretischer Informatiker oder mathematischer Linguist gut benutzen kann, um mal wieder einen weiteren Formalismus zu motivieren. Linguisten und Computerlinguisten verwenden die Mechanismen dann auch, manche, gelegentlich, doch, wirklich.
Ein weiteres Bespiel, dem man sich in diesen Kreisen kaum entziehen kann, sind die Teleskopmehrdeutigkeiten, wie in “I saw a bird with a telescope” versus “I saw a spy with a telescope”, wo man sich gleich schämt, wenn man beide Sätze für mehrdeutig hält und, anders als vom Beispielgebenden intendiert, nur den zweiten. Irgendwo in meinen Unterlagen habe ich noch eine Zeichnung von meinem Teleskopvogel, sogar ein wenig hübscher als die StuPa-Katze, damals.
Leider gibt es nicht allzu viele verschiedene von diesen Beispielen, so dass man ihnen recht schnell in einschlägigen Vorlesungen und Vorträgen wieder und wieder begegnet. Manch schwachem Geist ist dies zu viel, und gelegentlich hält einer dem Druck nicht stand und rennt, vom Wahnsinn gezeichnet, brüllend in die Wildnis. Hans! Die Kinder! Das Haus! Teleskopvogel! Büffel, Büffel! BÜFFEL!
Und auch darum bin ich des öfteren doch recht froh, dass ich mich wissenschaftlich vor allem in dem Teil der formalen Sprachen aufhalte, der erst einmal nichts mit natürlichen Sprachen zu tun hat.
Man beachte vor allem den zweiten Absatz dieses Textes aus dem Mainova-Kundenportal:
Online DokumenteDenn auch der geknechtete Praktikant, der die pdfs verwaltet und notfalls schnell eintippt, braucht jede Nacht fünf Stunden Schlaf?
Hier sehen Sie alle Dokumente, die Sie von der Mainova erhalten haben. Um sie aufzurufen, klicken Sie bitte auf den jeweiligen Link oder das Symbol am Ende der jeweiligen Zeile. Es öffnet sich dann ein neues Fenster mit dem Dokument.Bitte beachten Sie: Dieser Service steht Ihnen montags bis samstags täglich zwischen 04:30 Uhr und 23:00 Uhr sowie Sonntags zwischen 04:30 Uhr und 18:00 Uhr zur Verfügung.
Warum konnten sich Trelane und Dijsktra nicht leiden? Nun, natürlich wegen ihrer komplett unterschiedlichen Ansichten zu Got(h)os.
Diesen Monat, das exakte Datum lässt sich wohl nicht mehr feststellen, ist es ziemlich genau vierzig Jahre her, dass Dijkstras Artikel Go To Statement Considered Harmful erschien (wobei der Titel übrigens, so behauptet die Legende, gar nicht von Dijkstra stammte, sondern von Wirth drangeklebt wurde). Da das JACM keine Computerspielezeitschrift ist besteht zumindest Grund zu der Annahme, dass die März-Ausgabe auch wirklich im März rauskam.
Vierzig Jahre Propaganda gegen den Spaghetti-Code, werte schweigende Massen, und wie erfolgreich dieser Feldzug war sieht man vielleicht daran, dass ich spontan gar keine Ahnung habe, wie man in den drei Sprachen meiner Wahl einen Sprung hinbekommt (bei Python muss man (das habe ich nun aber gegooglet) ein Aprilscherzmodul importieren). Und wozu sollte ich sowas auch wissen wollen, denn wenn man von einem Reduktionsbeweis mit Registermaschinen im letzten Herbst absieht habe ich das letzte mal bei einer Assembler-Übungsaufgabe im zweiten Semester einen expliziten Sprung verwendet, und davor Anfang der 90er beim BASIC-Programmieren, woran ich mich glücklicherweise nur noch schemenhaft erinnere. Glücklich bin ich, ganz ohne GOTOs und Flussdiagramme!
BASIC konnte Dijkstra auch nicht leiden, und wer kann ihm das übel nehmen?
Man weiß, dass man einen Slogan besonders gut hinbekommen hat, wenn man ihn eine Zeile weiter noch erläutern muss:
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Comments
Tue, 02.12.2008 22:22
Interessanterweise ist der Zustand einer Touringmaschine natuerlich ziemlich trivial eine natuerliche Zahl in [...]
Fri, 28.11.2008 20:33
Ich mag xkcd auch gerade wegen der ernsthafteren Episoden. Der Mix machts. Da ich öfter mal was nicht verstehe, lerne [...]
Thu, 27.11.2008 10:49
Jap… seh ich genauso… blau!!! Die Beste Farbe/Zustand! ^^ Nicht nur bei Magic! ^^
Fri, 21.11.2008 09:47
Hm, NS darf man aber auch nicht vom Anfang lesen; die Hälfte der Sachen hat keine oder nur total obskure Pointen, da [...]
Fri, 21.11.2008 09:12
xkcd hatten wir erst letztens auf dem IRC (NS scheint hingegen Lichtblicke zu haben): A: Ich weiß nicht, ob man einen [...]