Diese Uni hier ist schon komisch, und ich meine hier nicht mal aktuelle Ereignisse, sondern die kuriose Tatsache, dass auf unseren offiziellen Umlaufmappen für die Hauspost gleich drei Eventmanagement-Agenturen für sich werben.
Neulich habe ich (apropos), das muss ich hier schon mal erwähnen, den Arbeitgeber gewechselt. Seit einiger Zeit arbeite ich nicht mehr an der Johann Wolfgang Goethe-Universität, sondern an der Goethe-Universität, jawoll! Da ich hier auch als Promotionsstudent eingeschrieben bin, habe ich also bereites an fünf verschiedenen Universitäten studiert, nämlich an den beiden eben genannten, der URV Tarragona, der TU Kaiserslautern und der Uni Kaiserslautern. Oh, Umbenennungswahn!
Womit, panta rhei, wir bei dem unangenehmen Thema sind, dass ich vor kurzem zum zweiten Mal die Schließung eines Mensa-Saals erleben musste. Anders als damals in Kaiserslautern bekommen wir dafür keine Freeflow-Ausgabe, keinen Wok und keinen Grill, aber vielleicht irgendwann ein Museum und andere neue Gebäude (was ich aber wahrscheinlich nicht erleben werden, denn mein Büro wird wohl Wohnungen weichen, und außerdem dauert sowas immer ewig). Nein, schlimmer noch, gerade den Grill und den Wok haben sie uns genommen.
Das ist das schreckliche Schicksal derer, die auf einem sterbenden Campus in verfallenden Häusern auf den Bau ihrer neuen Wirkstätte am Rande der Stadt warten — ohne Grill, ohne Wok, ohne gelben Saal.
Werte schweigende Massen! Ich entschuldige mich hiermit vielmals bei all jenen wenigen, die diese Seite in regelmäßigen Abständen auf Aktualisierungen überprüfen und trotz meiner schon Monate andauernden vertrauten Unzuverlässigkeit Tag für Tag enttäuscht werden. Leider werde ich noch mindestens bis Ende nächster Woche von einer Vielzahl von Aufgaben beansprucht, deren schlimmste und bald dringendste der Erwerb eines hochzeitstauglichen repräsentablen Anzugs ist.
Aber, das muss auch mal gesagt werden:
DLT 2008, hurra!
Für Experten bedeutet das, dass F. und Reidenbach gezeigt haben, dass das Inklusionsproblem für Patternsprachen1 wirklich genauso schlimm ist, wie man immer dachte, und dass das Äquivalenzproblem für E-Patternsprachen noch viel fieser ist, als lange vermutet wurde — Erkenntnisse, die den etwas flapsigen Titel mehr als nur rechtfertigen.
Für Laien bedeutet das, dass ich im September eine Woche lang auf Uni-Kosten in Kyoto sein werde (denn glücklicherweise gehört meine Uni nicht zu den Unis, die so arm sind, dass sie sich so etwas nicht leisten können). Dieser der beiden Aspekte der Angelegenheit scheint die meisten meiner Bekannten irgendwie mehr zu beeindrucken (“Japan? Echt?”); aber das ist in Ordnung, denn ich gefalle mir in der Rolle als unverstandener, leidender Künstler-Wissenschaftler. Schade nur, dass es die Gurken-Pepsi nur letztes Jahr zu kaufen gab…
Für Marc bedeutet das, dass ich ihn nun so richtig hasse, weil ich ihm die ohrwurmige Assoziation zwischen Pattern und jenem Video verdanke, die durch Japan nun um so mehr verstärkt wird.
Und weil der Satz ja recht beliebt zu sein scheint: Wiederaufnahme der regulären Blogtätigkeit (und linguistische Kommentarbeantwortung!) in Kürze. So gern hab ich Euch.
1 Überhaupt bin ich nun in der seltenen Lage, ein Problem gelöst zu haben, dass (unter anderem) in einer Vorlesung erwähnt wurde, die ich nicht nur als Hörer besucht habe, sondern in der ich auch noch (aber natürlich nicht alleine) zitiert wurde. Ich finde das schon recht cool, wobei ich allerdings festgestellt habe, dass ich den Begriff inzwischen (schon immer?) wohl anders als andere gebrauche — ein sicheres Indiz dafür ist, dass recht viele Studenten gelacht haben, als ich in einer Vorlesung Homomorphismen (und ganz besonders Monomorphismen!) als cool bezeichnete (dass unter den Hörern viele Langzeitstudenten sind lässt mich vermuten, dass sie nicht lachten, weil “cool” inzwischen antiquirt ist). Glücklicherweise war es ein freundliches Lachen, dennoch behalte ich mir vor, irgendwann rachesinnend “An der Uni haben sie mich ausgelacht!” zu rufen. Oh, missverstandenes Elend!
Das überraschend weiße Wetter gewährte mir heut’ Morgen einen gar seltenen Anblick — Schnee auf der Beachbar, die Beachbar im Schnee:
Und weil ich mal wieder ein neues Handy habe (diesma’ voll Enterprise, Junge, echt jetzt) und mit dem alles andere als umgehen kann isses vollAuch wenn unser Campus langsam aufgegeben wird, er stirbt doch vielleicht eher mit einem Knall als mit einem Winseln (anders als die Welt, Herr Eliot). Oder zumindest brennt er gegen Ende noch ein wenig heller — nein, genug des Obskurantistentums, diese Bilder sind alle falsch und schlecht, ich rede Klartext: Sie bauen gerade die Beachbar wieder auf! Nicht, dass ich letztes Jahr mehr als nur daran vorbeigelaufen wäre, aber allein die Existenz der Möglichkeit erfreut.
Entsetzen in der Mittagspause: Diese Woche ist Kinderuni. Die Cafeteria war nicht leer wie sonst, sonder voll quietschender, quiekender, wuselnder Kreaturen, die sämtliche Wege verstopften, fast wie bei der großen Mausplage von 1993.
Die schrecklichen Horden hatten das Angebot an Brötchen und Bagels auf ein für diese Tageszeit ungewohnt schlechtes Niveau hinabgefressen, und noch dazu hätte ich zwischen ihnen in einer langen Schlange anstehen müssen, was in der Mittagspause nun wirklich nicht sein muss.
Mein Essen fand ich andernorts, doch die Kinderuni wird die ganze Woche dauern. Wozu, wozu? Kein Nutzen kann so groß sein, diesen schrecklichen Preis zu rechtfertigen. Geht fort, ihr schrecklichen Kreaturen, geht und lasst mir meine Auswahl und Schlangenfreiheit.
Andererseits, und das sollte man fairerweise erwähnen, haben sie deswegen diese Woche länger auf; vielleicht sollte ich in Zukunft einfach eine andere Zeit ausprobieren. Doch der Schreck war so groß, dass mir das erst viel später einfiel.
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Comments
Sat, 06.09.2008 10:26
Und deswegen, Günther, wirst Du nie ein Rap-Ex-Superstar werden können! Aber wir haben ja eh schon festgelegt, was für [...]
Sat, 06.09.2008 10:24
Wer Millionen von jugendlichen Fans mobilisieren kann schert sich nicht darum, ob es nun der, die oder das Blog, Vlog [...]
Sat, 06.09.2008 10:19
Ich erwarte inzwischen auch von Entertainern tiefgründigere Betrachtungen. Spätestens seit Paris Hiltons Energiepolitik [...]
Sat, 06.09.2008 10:19
Abgesehen davon, dass das im Prinzip stimmt: Tornado, nicht Eurofighter. Der Eurofighter ist eigentlich für alles zu [...]
Wed, 03.09.2008 19:19
Alaska? C’mon… Und warum hat dem guten Sean niemand gesagt, daß er eigentlich ein Vlog führt? Zeit für nerd rage.