Berlin ist schon irgendwie scheißgroß, man kann da Tee mit Tapioka-Kugeln drin kaufen, und wenn man weiß, wie es geht, dann ist das Binden von Krawatten kein Problem und das Tragen der selben recht cool. Der Freddy wird wahrscheinlich noch mehr davon überzeugt sein, dass ich nun “einer von denen bin”, aber es würde mir nichts ausmachen, wenn ich in meinem Job täglich Anzüge tragen könnte, ohne ausgelacht zu werden. Wenn man sie erst mal hat, dann sind Anzüge manchmal doch überraschend nett.
Und auch wenn man nach dem Einsteigen denkt, dass ein Trabant und ein Fiat Panda viele Gemeinsamkeiten haben, so wird man doch nach dem Anlassen eines Besseren belehrt. Da war der Panda als erstes Auto dann doch eine bessere Wahl.
Apropos, Krawattenknoten, bzw, eher dal Segno als apropos, jedenfalls, der Onassis is’ ja wohl nix anderes als ein deutliches Statement, dass man keinen Bock hat, einen richtigen Knoten zu binden, in etwa sowas wie Gedichte ohne Reime oder Vasarely oder so Zeug. Hilft es eigentlich beim Krawattenbinden, wenn man Knotenkenntnisse hat, so z.B. als Pfadfinder oder Segler oder Bondage-Typie oder so?
Soviel nun zur ersten von uns besuchten Hochzeit des Jahres, alles weitere gehört in den zweiten Kreis der Vertraulichkeit und soll nur außerhalb des Internet besprochen werden. Die Auflösung der Saga von Hans, den Kindern und dem Haus erfolgt übrigens noch diese Woche! Versprochen ist versprochen und wird auch nicht gebrochen.
Selbst wenn man die offensichtlich gefährlichen Stellen aktiv meidet kann man doch plötzlich übelst überfallen werden, zum Beispiel wenn man auf die U-Bahn wartet und, ganz in Gedanken, einen unbedachten Blick auf eine der wandmontierten Video-Wände wirft. Zu spät, vorbei, da isse nun, die neuste Nichtnachricht mit deprimierenden Details aus dem Folterkeller des perfiden Monsterrentners, glücklicherweise nicht im entchristlichen und verrohten roten Osten, nein, in Österreich; das erspart uns auch die unangenehm aufgebauschte Folgediskussion, wenn irgendsoein Hinterbänkler sich verkommentiert hat.
Aber seien wir doch mal ehrlich, schon nach wenigen Tagen hatte sich der Schockwert dieser Sache aufgebraucht, und bis auf weiteres gibt’s da doch nix neues mehr zu begaffen (bei Language Log gibt’s übrigens einen linguistischen Kommentar zu der Angelegenheit — Language Log ist sowieso besser als alle U-Bahn-Info-Wände und die Blogger-Bild zusammen, und das is’ nich’ einfach nur Zeug über unendliche Büffelhorden oder Hans, die Kinder und das Haus). Jedenfalls, irgendwann wird’s Zeit für andere schlimme Dinge, hoffentlich bei weitem nicht so schlimm, aber dafür halt was anderes.
Zum Beispiel die Geschichte von Manuel ‘‘Insane’‘ Balbin aus Miami, der das gar nicht leiden kann, wenn man ihn disrespected und seine PS2 klaut; er bestrafte den mutmaßlichen Übeltäter unter anderem folgendermaßen
Shot the teen, then 17, three times with a stolen pink-painted rifle, dressed him in a tube top and forced him to steal beer from a convenience storeIn meiner (narrativ, nicht moralisch) perfekten Welt hätte das Gewehr noch einen Hello Kitty-Aufkleber und giftgasgrüne Munition gehabt, denn dann tut sowas besonders weh (dem Stolz, dem Farbsinn, bzw). Oh, und das ganze nahm auch noch eine Wendung (mit Chips), (via Obscure Store).
Oder aber, denn Tierschicksale gehen auch immer, der grausame Headbang-Tod einer Delphinin, der es im Sommer gewiss auch hierzulande in die Nachrichten geschafft hätte und der so entsetzlich doof ist, dass der Untertitelschreiber von metro.co.uk sich (pietätsgefüllt) zurückhielt (anders als, zum Beispiel, dort).
Diese und viele andere Nachrichten entgehen dem unmündigen Konsumenten, der sich, obschon internetprivilegiert, bestenfalls bei Blogger-Bild und BILDblog bildet, bei blubbernden Bündlern bunten Blödsinns, breit bebrillter Betrachter… und so weiter, das muss man jetzt nicht vertiefen, und überhaupt, alberne Alliterationen.
Übrigens, mal wieder ernst, da capo, apropos — U-Bahn. Wenn man in einer solch bedeutsamen Stadt wie Frankfurt wohnt muss man stets damit rechnen, wahrer Größe und Wichtigkeit zu begegnen. Zum Beispiel hat sogar die Haltestelle an der Uni einen eigenen Wikipedia-Eintrag mit tollen Geschichten zu unterirdischen Lagerräumen und weiteren wichtigen Informationen, so wichtig ist die. In und um Lautern gibt’s das nicht, nicht mal das Denkmal in Mölschbach hat einen Eintrag, ja!
Jedenfalls, dort kann man auch erfahren, dass die verbeulten Spiegel an der Wand einen “Eindruck von Unendlichkeit bewirken” sollen (ohne Quelle, ha!), ein wichtiger Deutungshinweis, denn bei mir Banausen bewirkten sie vor allem einen Eindruck von verbeulten Spiegeln, unterschattet von einer subtilen Mahnung, beim Sitzen auf der Wartebank nicht die Notebooktasche in meinen Schoß zu legen, weil das doch zu sehr an Forrest Gump erinnert. Doch meistens sitze ich sowieso nicht, denn das lohnt nur, wenn ich nach 21.00 meine Linie knapp verpasse und dann noch wegen Regen nicht die andere Linie nehmen will oder kann. Nur in diesem Fall muss ich ganze 20 Minuten warten, ansonsten sind es meist nicht mehr als fünf. Das wollte ich schon lange mal verbloggen!
Tagesschau.de, Ihr seid grausame Mistgurken, also echt. Euer Artikel über die bevorstehende Abschaffung der Sommerzeit stimmte mich einen Moment lang hoffnungsvoll, doch spätestens beim dritten Absatz roch auch ich den Braten — er stank nach zerschmetterten Träumen, verkohlten Hoffnungen und April.
Dabei wäre die ersatzlose Vernichtung der Sommerzeit ein Segen für die Menschheit und ein wichtiges Symbol für das Verhältnis zwischen Staatsgewalt und Bürger. Denn seien wir doch mal ehrlich: Wenn der Staat nicht einmal mit Geld umgehen kann, verdient er dann die Herrschaft über die Zeit? Natürlich nicht! Aber wisst Ihr, wer auch den Leuten einfach Stunden weggenommen hat? Nein, diesmal nicht Hitler, sondern die Grauen Herren aus Momo, aber die sind auch recht böse.
“GRAUE HERREN” ist übrigens ein Anagramm von “ARGH, ERNEUER!”, was gewiss auch etwas zu bedeuten hat! Aber das will ich gar nicht wissen, genug gewirrnisst. Jedenfalls, Sommerzeit und 1. April ist wirklich keine besonders höfliche Mischung. Bah!
PS: Alucard ist Dracula!
All den armen Seelen, die hier regelmäßig vorbeisehen, statt sich auf einen Feedreader (oder ähnliches) zu verlassen, und die in der letzten Zeit regelmäßig enttäuscht wurden, sei hiermit ein kleines Lebenszeichen gesandt, die Gründe sind ähnliche wie nebenan, und mehr.
Im Geiste der Weihnacht möchte ich auch diesen besonders schlechten und eher länglichen Witz mit Euch, liebe schweigende Massen, teilen, den ich kürzlich im Radio gehört habe und den man sich am besten selbst vorliest:
A bear walks into a bar in Boston, sits down and orders a beer.Das beste daran ist, zugegeben, nicht die grausame Pointe, sondern der hübsche Klang von beer to bears in bars in Boston.
But the bartender says, “Sorry, Sir, we don’t serve beer to bears in bars in Boston.”
The bear gets angry and replies, “No way, I want a beer, NOW!”
“I am very sorry, but we don’t serve beer to belligerent bears in bars in Boston.”
The bear gets even more angry and says, “Look, if you don’t give me a beer RIGHT NOW I’m gonna eat that lady sitting over there.”
“I am really sorry, but we don’t serve beer to belligerent bullying bears in bars in Boston.”
So the bear gets up, eats the woman, goes back and says, “See, I’m serious, NOW GIVE ME A BEER.”
“Sir, we don’t serve drug abusers.”
“I’ve never done drugs!”
“Well, now you have, that was a bar bitch you ate.”
Und auch wenn es dem missmutigen Oberblogwart H. und anderen langweiligen Gurken missfällt, wenn ich wieder einmal die heilige Reinheit von Günthers (zur Zeit sowieso toten) Planet FS beflecke: Wiederaufnahme der regulären Blogtätigkeit sowie Email- und Kommentarbeantwortung in Kürze. Ach, was sag ich. Nicht “auch wenn”, “unter anderem auch weil”. Hehe.
Und überhaupt: Ein frohes Fest, selbst und besonders, wenn man Weihnachten nicht mag.
Nimmt man eine tiefgekühlte Bratwurst aus dem Eisfach und filmt sie beim Auftauen, so ist das Resultat im Allgemeinen kein besonders interessanter Film, nicht einmal für die meisten professionellen Filminterpretierer. Dem Zuschauer an sich erschließt sich ein solches Werk jedoch recht schnell; spätestens nach wenigen Minuten erkennt man, woran man ist, und nur die wenigsten bleiben bis zum Ende.
Selbst wenn der Macher, ausgehend von dieser Prämisse, die eine oder andere Wendung oder Pointe einbaut (“Die Wurst war vegetarisch!”), so lässt sich der geschulte Geist nur selten täuschen. Anders, ganz anders, oder vielleicht auf eine gewisse Art genauso, ist da das Leben. Denkt man gewöhnlich, in einem moderenen (oder postmodernen, da wollen wir gar nicht drüber diskutieren) Werk zu leben, in dem alles ohne größeren Plan und ohne ordentliche Struktur vor sich hinströmt, so verleiten einen immer wieder Stücke von Geschichten, ein größeres Schicksal zu erwarten. Und manchmal, wenn man noch nicht vollkommen alt und zynisch ist, manchmal lässt man sich darauf ein und hofft, hofft darauf, dass die Geschichte angemessen endet und das Leben unterhaltsame, freundliche Kunst imitiert.
Und natürlich wird man fast immer enttäuscht und wundert sich kein Bisschen. Hinterher. Mein liebstes Beispiel dafür ist die Sache mit den Nachfolgen des Putzroboterwettbewerbs und meinem 23. Geburstag, die ich zwar nicht bloggen werde (wobei ich nicht ausschließen will, dass sie vielleicht in den Tiefen des Archivs verborgen liegt), aber doch gerne fast jedem leidenschaftlich vortrage; weit weniger fundamental, aber im Kleinen strukturell ähnlich und recht schnell erzählt, ist der eigentliche Anlass dieses Postings.
Auf der Bücherhalde meiner Eltern fand ich eine (übersetzte) Ausgabe von American Gods, in der ich gestern Abend einen ausgefüllten Lotto-Schein entdeckte, ausgefüllt für eine einzige Mittwochsziehung. “Oho!”, rief ich, dem Glücksspiel durchaus zugeneigt und (da tagesaktuell) informiert, “Ein Zeichen!” Nun habe ich früher vielleicht nicht die besten Erfahrungen mit Zeichen gemacht, dennoch, diesen Schein musste ich natürlich abgeben, oder zumindest einen äquivalenten, bis auf die Nummer genau kopiert.
Aber, ach, wie zu ahnen war: Nicht mal einen Dreier gab es für das Mistding!
Zum Abschluss greifen wir das Eingangsthema wieder auf, Wurst im Film. Eine der wenigen wirklich fertig vorgestellten Szenen des Films, den ich immer noch irgendwann drehen will, zeigt einen Raucher, der gerade dabei ist, sich eine Zigarette anzuzünden. Die Kamera folgt seinem Blick vom widerspenstigen Feuerzeug über den Boden zu einem Paar von Springerstiefeln, welche zu einem fies guckenden Skinhead gehören, der mit einer Salami bewaffnet ist. Aus dem Hintergrund taucht eine Horde gleichsam salamitragender Gefährten auf, und gemeinsam verprügeln sie den wehrlosen Raucher mit ihren Würsten. Dazu wummernde Musik, und ein gebrülltes “Wurst ist Fleisch! Fleisch ist Leben! Mit diesem Leben bringen wir den Tod!”
Ich wollte nur festhalten, dass ich diese Idee schon vor vielen Jahren hatte, was all die armen Opfer bezeugen können, die sie sich immer wieder anhören mussten; jedenfalls, ich will betonen, dass ich dazu nicht von der Salami Fighting Association inspiriert wurde, die aber auch recht ansehenswert ist.
Werte schweigende Massen, anlässlich des heutigen Tages (ein Samstag!) mal ein saudummes Wortspiel, das mir beim Zähneputzen eingefallen, aber alles andere als originell ist:
Q: What did Darth Vader say to The Question?Das funktioniert natürlich nur dann, wenn man beim Lesen der Antwort schon weiß, dass The Question kein Gesicht hat (aber dafür eine Fan-Seite). Sonst muss man diesen Absatz hier lesen oder den Link oben klicken, und dann ist es schon zu spät. Macht aber auch nix, denn selbst wenn man das weiß, ist der Witz nicht besonders witzig.
A: I find your lack of face disturbing.
Abschließend sei noch auf einen eventuell nicht jugendfreien Link hingewiesen, den die Katz Ende August (oder so) in ihren Kommentaren angeschleppt hat und den ich seitdem mal irgendwo unterbringen wollte. Echt oder nur virale Werbung für die Google-Banner auf der Seite? Will man’s wissen? She might wanna read your dong, she might tell the future wrong, she might be lying all along, but she’s not a weirdo. No, not a weirdo. Um das zu verstehen hätte man den Darth Vader-Link weiter oben mal besser ganz zu Ende gesehen, aber auch hier ist Nichtverstehen nicht weiter schlimm.
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Comments
Sat, 06.09.2008 10:26
Und deswegen, Günther, wirst Du nie ein Rap-Ex-Superstar werden können! Aber wir haben ja eh schon festgelegt, was für [...]
Sat, 06.09.2008 10:24
Wer Millionen von jugendlichen Fans mobilisieren kann schert sich nicht darum, ob es nun der, die oder das Blog, Vlog [...]
Sat, 06.09.2008 10:19
Ich erwarte inzwischen auch von Entertainern tiefgründigere Betrachtungen. Spätestens seit Paris Hiltons Energiepolitik [...]
Sat, 06.09.2008 10:19
Abgesehen davon, dass das im Prinzip stimmt: Tornado, nicht Eurofighter. Der Eurofighter ist eigentlich für alles zu [...]
Wed, 03.09.2008 19:19
Alaska? C’mon… Und warum hat dem guten Sean niemand gesagt, daß er eigentlich ein Vlog führt? Zeit für nerd rage.